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Grafenkreuz

Gerolstein, Gemeinde Gerolstein

Beschreibung

Das Grafenkreuz befindet sich in Gerolsteiner Stadtwald. Es ist aus Sandstein und der untere Teil ist noch das Original aus dem Jahr 1680. Der obere Teil wurde 1972 erneuert und zeigt das Wappen der Grafschaft Gerolstein. Darunter steht diese Inschrift: CARL FERDINAND GRAF VON MANDERSCHEID BLANKENHEIM; GEROLSTEIN, HERR ZU CRONENBURG BETTINGEN UND DHAUN HABEN DAS DENKMAL WEGEN DES GROSSEN UNGLÜCKS ERRICHTEN LASSEN. [1] Wundersame Rettung Ein Erlebnis des Grafen Karl-Ferdinand, das sich in seiner Regierungszeit zugetragen hat, soll hier folgen: Das gräfliche Paar machte eine Besuchsreise zu der befreundeten Grafenfamilie nach Burg Kayl. Auf der Rückfahrt (es war im Gerolsteiner Wald etwa an der Stelle, wo heute das Davidskreuz steht) bat die Gräfin, die von einem unerklärlichen Angstgefühl befallen war, ihren Gemahl, mit ihr auszusteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Der Graf ging auf ihre Bitte ein. Sie stiegen aus und gingen weiter auf dem Fußweg, Eichenpfad genannt, der den großen Bogen des Fahrweges abschneidet. Der Kutscher setzte allein die Weiterfahrt fort. Als das gräfliche Paar ein Stück des Weges gegangen war, hörten sie plötzlich Schüsse fallen. Später erfuhren sie dann, daß Räuber am Fuße des Heidkopfes der Kutsche aufgelauert, sie überfallen und mit Kugeln durchsiebt hatten. Dem Kutscher, dem ein Schuß durch den Hut gegangen war, war es gelungen, zu entkommen. Das gräfliche Paar sah es als eine glückliche, göttliche Fügung an, durch die sie dem sicheren Tode entronnen waren. Aus Dankbarkeit gegen Gott ließ der Graf an der Stelle des Überfalles ein Kreuz errichten. Dieses Kreuz, heute Grafenkreuz im Volksmund Röppelskreuz genannt, steht etwa 200 m hinter der Büschkapelle. Der Volksname ist abgeleitet vom Namen des Eremiten "Röppel", der hier in unmittelbarer Nähe gelebt hat. Das neu restaurierte Kreuz trägt die Inschrift: "Karl-Ferdinand, Graf von Manderscheid, Blankenheim, Gerolstein. Herr zu Kronenburg, Bettingen und Daun haben das Denkmal wegen des großen Unglücks errichtet 1680". Die Räuber, unter denen sich auch ein Jardin aus Gees befand, wurden wegen dieser und anderer Mordtaten zum Tode veRuhrteilt und hingerichtet. Die Gerolsteiner Besitzungen fielen nach dem Tode von Graf Karl-Ferdinand an Blankenheim zurück. Erbe wurde Graf Salentin-Ernst von Manderscheid zu Blankenheim. [2] Das Gerolsteiner Grafenkreuz Nach einer Gerolsteiner Sage von Wilma Herzog Man hört der Kutsche Knarren auf dem Steg, ins Pferdezaumzeug klirrt das Hufetraben, sonst Abendstille über Feld und Graben, nur Lampen geben schwankend Licht dem Weg. In weichen Polstern lehnt das Grafenpaar, sie fahren heim aus einer Freundesrunde, die auf Schloss Kayl verbrachte frohe Stunden, die Gräfin löst den Schmuck aus ihrem Haar. Jetzt liegt vor dem Gefährt in dunkler Nacht der große Gerolsteiner Wald gebreitet, den niemand gern allein schon tags durchschreitet, die Gräfin nimmt des Grafen Hände sacht. Der sieht voll Staunen seine Gattin an, ein Wechsel jäh, wie Blitz bei den Gewittern, die eben lachte noch, durchfährt ein Zittern, drängt nun zu Fuß zu gehen ihren Mann. Die Gräfin hetzt voran auf schmalem Pfad, der jenen Bogen mit dem Hohlweg meidet, das große Stück des Weges schneidet, auf den des Grafen Kutscher sich begab. Es schlagen Äste zu, es ritzt der Dorn, der Wurzeln Krausgeflecht stellt dunkle Fallen, fern hören sie des Kutschers Peitsche knallen, da gibt der Wald sie frei am klaren Born. Jetzt sehen sie, wie einen Hort, noch fern, die Löwenburg mit ihren starken Mauern liegen, die Heimat ihnen ist und die sie lieben, im Mondlicht warten wie ein treuer Stern. Den Pochenden wird aufgetan das Tor, verwundert seh’n die Diener die Gesichter, da rauscht heran die Kutsche in die Lichter und bleich der Kutscher springt hervor. Zerschossen sind die Wagenpolster, selbst der Hut des Kutschers ist von einem Schuss getroffen. Die Antwort auf der Gräfin dunklem Ahnen liegt jetzt offen: Ihr Leben wurde so gerettet, beider höchstes Gut. Das Grafenpaar gab unserm Herrn für ihre Rettung Preis, mit einem Denkmal wollten sie der Nachwelt sagen, was dort sich anno 1680 zugetragen: Das Grafenkreuz gilt heut noch als Beweis. [3]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Oerters, Josef. Erneuerung von 1972.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
1680
Epoche:
Renaissance

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.676637
lat: 50.207607
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An der Büschkapelle

Internet

http://www.gerolstein.de/

Datenquelle

[1] http://www.euregio-im-bild.de/fotos/eifelsteig-eifel-gemeinde-gerolstein_11-05-01-0094.html [2] Peter Horsch, Gerolstein: Burg Gerhardstein-Löwenburg http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1984/hjb1984.108.htm [3] Wilma Herzog, Gerolstein, 2017.

Bildquellen

1 Bild: Kunstdenkmäler der Rheinprovinz - Kreis Daun, 1928.
2 Bild: Fredy Lange (undatiert). Sammlung Wilma Herzog, Gerolstein, 2017. © Edith Lange-Löckenhoff.
3 Bild: © Jürgen Rohr, Hohenfels-Essingen, 2008. http://www.jmr-biking.de/

Stand

Letzte Bearbeitung: 11.09.2017

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