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Ehemalige Kirche Sankt Johannes der Täufer

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Krahnenstraße

Beschreibung

Ehemalige Kirche Sankt Johannes der Täufer, erstmals zusammen mit dem Mettlacher Hof in einer undatierten Urkunde Erzbischofs Arnold I. (1169-83) und in einer Erklärung des Domkapitels von 1173 erwähnt. Mit dem Erwerb des Mettlacher Hofs ging auch die Kirche zu dem alten Sankt Johan 1601 an den Jesuitenorden über, der sie im Zusammenhang mit der Errichtung seines Noviziats durchgreifend erneuerte und überbaute, 1606 Konsekration. Nach der Säkularisation bis 1837 als Salzlager genutzt, befand sich das kleine Kirchengebäude bei der Übernahme durch die Borromäerinnen 1849 in baufälligem Zustand (zuletzt 1959 umgreifend restauriert und zum Pilgersaal eingerichtet, heute Tagungsraum). Der Kirchenbau geht im Kern wohl auf ein zweischiffiges, romanisches Langhaus zurück, möglicherweise eine einhüftige, holzgedeckte Basilika. Dem romanischen Vorgängerbau ist wahrscheinlich die relativ enggestellte Scheidarkatur zwischen Haupt- und Nordseitenschiff zuzuschreiben: Fünf Rundbögen, darunter ein engerer und niedrigerer im Osten, setzen über quadratischen Pfeilern an (um 1958 verkleidet). - Der vermauerte Triumphbogen im Osten des Hauptschiffs entstand im frühen 17. Jahrhundert im Unterschied zum abgegangenen Hauptchor ist in einem kleinen Anraum östlich des Seitenschiffs die (aufgrund nachträglicher Veränderungen) unregelmäßige, vor allem im Deckenbereich gerundete Innenwand des alten Nebenchors bewahrt. Am Außenbau setzt sich das nördliche Seitenschiff an der Krahnenstraße als eigener, langgestreckter Pultdach-Baukörper mit durchweg erneuerten, kleinen Spitzbogenfenstern und dem ehem. Eingangsportal im Westen der Längswand ab. Das stark verwitterte Renaissance-Portal wies folgende Inschrift mit dem Baudatum auf DIVO JOANNI BAPTISTAE SACRUM 1606. Der kurze Stummelflügel über dem Hauptschiff entstand wohl zusammen mit dem dreiflügeligen Noviziatsbau. Die rundbogige Toreinfahrt zum ehem. Jesuitennoviziat, das heutige Schwesterntor, wurde etwa in der Flucht der Hauptschiff-Scheidarkatur errichtet. Auffallend ist das manieristisch gestaltete Gewände mit alternierend kurzen und langen, über einem Pilastersockel aufgeführten Eckquadern, die wie der hängende Scheitelstein einen erhabenen Spiegel ausbilden. Der giebelförmige Abschluß der Einfahrt mit der Figurennische entstand, wie wohl auch die dahinterliegende offene Halle, erst 1867 nach einem Entwurf des Maurermeisters Joseph Weis.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1173
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.630527
lat: 49.755581
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquelle

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001)

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2002
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2002

Stand

Letzte Bearbeitung: 24.05.2010

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