Datenbank der Kulturgüter
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Dom Sankt Peter

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Domfreihof

Beschreibung

Geht der Besucher durch die Sternstraße in Richtung Dom, sollte ihm bewusst werden, dass der Ostteil des Hauptmarktes einst zum Domareal gehörte. Der ursprüngliche Bau war eine Doppelanlage aus zwei Kirchen, die eine Gesamtbreite von beiden heutigen Kirchen (Dom und Liebfrauen) hatte und eine Länge, die bis zum Hauptmarkt reichte. Damit gehörte sie zu den größten Anlagen dieser Zeit. 315 ließ Konstantin auf dem Platz der heutigen Liebfrauenkirche einen dreischiffigen Bau errichten, der über einen rechteckigen Chor und Seitenkammern verfügte. An der Nordseite entstand 326 ein ähnlicher Bau, so dass nun eine beeindruckende Doppelanlage fertiggestellt war. Der heutige Dom besteht nur noch aus dem Ostteil der ehemaligen Nordkirche. Konstantin, der für die Umgestaltung verantwortlich war, wollte den Ostteil besonders aufwendig gestalten; Material lieferten Steinbrüche aus dem Odenwald. Im Zentrum dieser Anlage entstand ein sog. Quadratbau, der sowohl unter Kaiser Valentian als auch unter dessen Sohn Gratian umgestaltet wurde. Dies alles ist die Kernsubstanz des heutigen Doms. Die Gebäude wurden im 5ahrhundert bis auf die Grundmauern zerstört und unter Bischof Nicetius von italienischen Bauleuten identisch wieder aufgebaut. 882 wurde der Bau erneut zerstört, diesmal von Normannen. Erzbischof Egbert und Poppo von Babenberg ließen alles wieder errichten und 1037 erneut weihen. Danach wurden erst wieder große Veränderungen vorgenommen, als 1717 das Dach ausbrannte. Man übergab dem Trierer Baumeister Johann Georg Judas die Aufgabe, den Dom neu zu gestalten. Er sorgte für mehr Helligkeit, indem er das Obergeschoss der römischen Wand abtragen und stark durchfenstern ließ. Allerdings litt die Statik unter seinem Umbau enorm; erst 1960 - 1974, bei erneute Renovierungsarbeiten des Doms, wurde dieser Fehler behoben. Die Westfront gehört zu den stärksten Befestigungen europäischer Architektur. Apsis und Treppentürme sorgen für das Porta-Nigra-Portal. Aus der Symmetrie fällt allerdings der überhöhte Südturm heraus, den Erzbischof Greifenklau aufstocken ließ, um den Turm der Marktkirche Sankt Gangolf zu übertrumpfen. In der Windstraße kann der Besucher die Nordseite des Gebäudes betrachten, wo er deutlich den Unterschied zwischen dem Bau Poppos und dem Judas sieht. Von Osten her sieht man die spätromanische Apsis mit ihrer Zwerggalerie und den Osttürmen aus dem 14. Jahrhundert Bei der Restaurierung um 1900 wurden sie um ein gotisches Geschoss und um Turmhelme ergänzt. >> Der Dom verlangt Abstand. Wer sich von dessen imposanter Größe überzeugen will, der trete auf dem Domfreihof weit genug zurück. Man könnte jetzt aber auch ein wenig die Phantasie spielen lassen. Dort, wo man sich heute vor dem Dom befindet, hätte man sich im 4. Jahrhundert mitten im Dom befunden. Kaiser Konstantin hatte hier eine gewaltige Doppelkirchenanlage errichten lassen. Dom und Liebfrauenkirche entsprechen heute etwa der Hälfte (!) dieser frühchristlichen Anlage, denn Franken und Normannen setzten dem Bau schwer zu. Dass die Trierer Bischöfe es trotzdem immer wieder schafften, Teile des Domes neu auf- und umzubauen, zeigt seine Außenfassade in der Windstraße. Hier lässt sich seine gesamte Baugeschichte ablesen. Wem die Wand aus Schichten von Sandstein und roten Ziegeln ins Auge fällt, der hat den Urbau des Domes entdeckt - den römischen Quadratbau, von Kaiser Gratian um 380 vollendet. Um 1040 erweiterte Erzbischof Poppo geschickt den Urbau nach Westen und verhalf dem Dom zu seiner einzigartigen romanischen Westfassade. Erst 1196 fügte man dem Urbau östlich einen Chor an, in dessen Altar der Heilige Rock eingemauert wurde. Für diesen setzten barocke Baumeister um 1700 dann noch eine Kapelle ganz im Osten davor. (entnommen aus Krams Trier für Anfänger und Fortgeschrittene, überarbeitet für Internet von Hans Blofeld) >>> Vor dem rechten Portal befindet sich das Bruchstück einer Granitsäule, der Domstein, Rest einer der vier tragenden Säulen im zweiten römischen Dom von 380 n. Chr. (um 550 wiederhergestellt nach Zerstörung durch die Franken, 882 erneut zerstört durch die Normannen; Kapitäle und Mauerbögen der Franken im heutigen Dom freigelegt). Ihm war auf den selben Grundmauern ein Urbau von 326 vorausgegangen, die nördliche einer durch Kaiser Konstantin errichteten Doppelbasilika. Der heutige romanische Dom entstand zwischen 1030 und 1235, beginnend bei dem burgartigen, zweifarbigen Westchor. Nach dem Brand von 1717 wurde der Dom zur Querschiffkirche umgebaut, was den Lichteinfall stark verbessert. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.643414
lat: 49.756248
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.trierer-dom.de

Audio




Datenquelle

[1] Kremb/Lautzas: Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Rheinland-Pfalz, Bd.2, 1991; Verlag Arbogast, 6756 Otterbach / Internet

Bildquellen

1 Bild: © Robert F. Tobler. 2000 http://ray.cg.tuwien.ac.at/rft/Photography/
2 Bild: © Robert F. Tobler. 2000 http://ray.cg.tuwien.ac.at/rft/Photography/

Stand

Letzte Bearbeitung: 16.01.2003

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