Datenbank der Kulturgüter
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Kaiserhammerweiher

Ehrang-Quint, Gemeinde Trier
Meilenstraße

Ehemalige Gaststätte

Von der Attraktion ­ zur Ruine Die traditionsreiche Gaststätte Kaiserhammer vor den Toren Quints verfällt Von unserer Mitarbeiterin GABRIELA BÖHM EHRANG-QUINT. Einst ein attraktives Ausflugsziel, heute ein Schandfleck vor den Toren Quints: Die vor Jahrzehnten beliebte Gaststätte Kaiserhammer verfällt. Droht die Abrissverfügung? On parle francais, english spoken, hieß es vor genau 113 Jahren schon in einer Werbeanzeige für die Gaststätte Kaiserhammer. Die Zeiten sind lange vorbei ­ wenn heute in dem Gebäude gesprochen wird, fallen Worte wie Abrissverfügung oder Einsturzgefahr. Es ist gut zwei Jahrzehnte her, dass in der Gaststätte an der Straße zwischen Zemmer und Quint noch fröhlich gezecht wurde. Der nahegelegene Kaiserhammerweiher lud zum Baden ein, ein paar Ponys bei der Gaststätte erfreuten die Kinder. Heute präsentiert sich das Anwesen in einem ruinösen Zustand, der nicht ahnen lässt, welche Blütezeit die Restauration früher durchlebte. Anno 1845 stellte der Gastwirt und Bierbrauer Caspar Eichhorn aus Ehrang an die Gemeinde den Antrag, ihm oberhalb des Kaiserhammers im Distrikt Kaisermaar ein Grundstück zu verkaufen, wo er ein Wirtshaus bauen wolle. Der Pfalzeler Schöffenrat stimmte der erblichen Überlassung des Grundstückes zu, sobald der Wald abgeholzt sei. Die Gaststätte Kaiserhammer entwickelte sich zu einem touristischen Anziehungspunkt. Eine Anzeige im Eifelführer von 1890 beschreibt die Vorzüge der Pension für Sommerfrischler und allerwärts anerkannt guter Küche, auch der Vorrat des Kellers lässt nichts zu wünschen übrig. Ehranger Zeitzeugen erinnern sich, dass besonders vor dem ersten Weltkrieg das Haus stark frequentiert wurde. Garnisonsoffiziere aus Trier kamen mit Kutschen zu dem Ausflugsort und belagerten bei schönem Wetter die zahlreichen Holzbänke und -tische am Burgberg. In den folgenden Jahrzehnten gingen die Besucherströme bis zur Schließung vor etwa 20 Jahren kontinuierlich zurück. Mitverantwortlich dafür war sicher die Zunahme des Autoverkehrs und das Badeverbot im Kaiserhammerweiher. Der litt wiederholt unter starker kolibakterieller Belastung, denn die Gaststätte mit ehemaliger Wassermühle am Quintbach ist nicht an die Kanalisation angeschlossen. Auch die Anbindung an die Stromversorgung fehlt. Enorme Kosten kämen für die Sanierung des Areals auf den Eigentümer zu, der mit den nötigen Investitionen offenbar Schwierigkeiten hat. Vor fünf Jahren hatte ein Trierer Geschäftsmann die Immobilie viel zu teuer gekauft. Ungeahnte Überraschungen mit dem baulichen Zustand trafen mit familiären und gesundheitlichen Problemen zusammen ­ trotzdem plant der Mann mittelfristig eine Wiedereröffnung als Kneipe. Er berichtet von wiederholtem Vandalismus und Einbrüchen ­ Vorfälle, die ihm die Renovierung erschweren würden. Sachbeschädigungen können von der Polizeiinspektion Schweich aber wegen des schlechten Gesamtzustandes nicht festgestellt werden. Auch dem Bauaufsichtsamtsleiter Frank Simons ist der desolate Zustand bekannt. Eine akute Gefahr durch das sehr abseits gelegene Gebäude sieht die Behörde nicht. Wir werden den Eigentümer zu einer Anhörung bitten, sagt Simons. Dann sei alles möglich ­ bis hin zur Abrissverfügung. Dazu ein alteingesessener Ehranger: Sollte das Gebäude dem Boden gleich gemacht werden, stirbt ein Stück Ehrang-Quint. Der Eigentümer sieht indes in den täglich 5000 vorbeifahrenden Autos ­ darunter viele Amerikaner ­ ein Kundenpotenzial. Dann heißt es vielleicht in einigen Jahren wieder: English spoken am Kaiserhammer.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wirtschaft, Gewerbe und Verkehr / Versorgung, Gasthöfe, Hotels
Zeit:
1845
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.703391
lat: 49.840296
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ehranger Wald

Internet

http://www.ehrang.de/ http://www.ehrang.de/

Datenquelle

Gabriela Böhm in: Trierischer Volksfreund - Intrinet vom 20.01.2003

Bildquellen

1 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2003
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2003

Stand

Letzte Bearbeitung: 30.01.2003

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