Datenbank der Kulturgüter
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Ehemaliges Hindenburg-Gymnasium

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Augustinerstraße 1

Schulgeschichte von 1821 bis 1959

Meilensteine am Wege Dr. Werner Müller (Aus der Festschrift 1959) 1821 Am 4.Dezember genehmigt die Kgl. Regierung zu Trier den von dem Privatlehrer Fischer verfaßten Prospectus zur Errichtung einer Knaben-Bürgerschule für die Stadt Trier. Die Schule dient der Ausbildung junger Menschen für kaufmännische und gewerbliche Berufe. Lehrfächer sind Deutsch, Französisch, Geschichte, Erdkunde, Kulturkunde, Mathematik, Religion, Bürgermoral und Zeichnen. Weitere Fächer sind geplant. 1822 Am 2. Januar wird die Knaben-Bürgerschule eröffnet. Schulgebäude ist ein Hinterbau der Brauerei Zum Walfisch in der Brotstraße (heute Haus MoritzundSenger). 1824 Durch Beschluß des Stadtrates vom 16. Oktober wird die Knaben-Bürgerschule unter Beibehaltung des Schulplanes zu einer Stadtschule erhoben. Gleichzeitig wird der Schule eine Vorschule angegliedert. Als neues Unterrichtsfach erscheint im Lehrplan Technologie. Die Schule siedelt in das sogenannte Neue Gymnasium auf der Weberbach über. 1825 Am 5. November bezieht die Schule das alte Karmeliterkloster in der Böhmerstraße. 1826 Der Lateinunterricht wird in den Lehrplan aufgenommen. 1830 Am 26. November genehmigt die Kgl. Regierung die Umwandlung der Schule in eine Höhere Stadtschule und ihre Verbindung mit einer Gewerbeschule. Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht wird ausgebaut. Gesang wird als Unterrichtsfach in den Lehrplan aufgenommen. 1845 Der Stadtrat beschließt am 13. September die Umwandlung der Schule in eine Höhere Bürgerschule. Sie besteht aus sechs Klassen, Sexta bis Prima. Als dritte Fremdsprache wird neben Latein (fakultativ) und Französisch Englisch gelehrt. Für die Prima, die zweijährig ist, wird eine technische Selekta geplant, deren Schüler vom Unterricht in den Fremdsprachen und in Geschichte befreit werden können. Turnunterricht wird empfohlen. Die Schule dient in Zukunft in erster Linie der Vorbereitung für den Besuch von technischen Fachschulen (heute TH). 1846 Am 15. Oktober wird die Höhere Bürgerschule feierlich eröffnet. 1847 Am 30. März beziehungsweise 15. April verfügt der Minister des Unterrichts und der Finanzen die Vereinigung der Bürger- und der Gewerbeschule. Die neue Anstalt heißt von nun an Vereinigte höhere Bürgerschule und Provinzialgewerbeschule. 1848 Der Schule wird durch den Kultusminister das Recht zugesprochen, Entlassungsprüfungen abzuhalten. Im Herbst findet sie erste Maturitätsprüfung statt. 1859 Die Schule wird zur Realschule 1. Ordnung erhoben und der Aufsicht des Kgl. Provinzialschulkollegiums in Koblenz unterstellt. Ein Erlaß vom 6. Oktober legt die Berechtigungen der Maturitätszeugnisse fest. Die Abiturienten werden zugelassen zum Studium für den Staatsbaudienst, sie werden aufgenommen in die Kgl. Forstlehranstalt und in das Kgl. Gewerbeinstitut, die Ausbildung zum Feldmesser, Markscheider und Bergbeamten steht ihnen offen, ebenso der gehobene und höhere Verwaltungsdienst. Beim Eintritt in die Offizierslaufbahn wird ihnen die Portepeefähnrichsprüfung erlassen. Die Absolventen der Sekunda erhalten die Zulassung zu den mittleren Beamtenlaufbahnen und die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst. 1870 Durch Verfügung des Kultusministeriums vom 22. Dezember erhalten die Abiturienten der Realschulen 1.Ordnung die Berechtigung zum Studium an den philosophischen Fakultäten der Universitäten. 1878 Wegen geringen Besuches wird die mit der Realschule verbundene Provinzialgewerbeschule am 1. Oktober aufgelöst. 1882 Durch Verfügung des Kultusministeriums vom 31. März erhält die Realschule 1.Ordnung mit verändertem Lehrplan den Namen Realgymnasium. Die Stundenzahl für den Lateinunterricht wird erhöht, der Unterricht in Chemie und Biologie auf der Oberstufe gekürzt. 1893 Am 1. April geht die Anstalt an den preußischen Staat über. Sie wird ab Untertertia gegabelt in einen realgymnasialen (neusprachlichen) und einen gymnasialen (altsprachlichen) Zweig. Neue Bezeichnung: Kgl. Realgymnasium mit Gymnasialklassen. Ostern wird die erste gymnasiale Untertertia eröffnet. 1896 Durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 31. August gestattet S.M. Kaiser Wilhelm II. der Anstalt, in Zukunft den Namen Kaiser-Wilhelm-Gymnasium verbunden mit Realgymnasium zu führen. 1898 Am 1. Oktober wird mit der Schule ein pädagogisches Seminar verbunden, das unter der Leitung des Direktors steht. 1900 Durch Verfügung vom 26. November wird an den neunstufigen höheren Schulen die Abschlußprüfung für den Nachweis der Reife zur Versetzung nach Obersekunda abgeschafft. Durch die gleiche Kabinettsorder werden alle höheren Schulen als gleichberechtigt anerkannt. Nur soweit für manche Berufe besondere Sprachkenntnisse erforderlich sind, müssen diese nachträglich auf den Hochschulen erworben werden. 1903 Der wissenschaftliche Unterricht findet von diesem Jahr an nur noch vormittags statt. 1906 Da die Zahl der Schüler auf 664 angewachsen ist, entschließt sich das Kultusministerium, die Doppelanstalt zu trennen. Für den gymnasialen Teil, das KWG, soll ein Neubau erstellt werden. Das Realgymnasium soll mit einer Realschule verbunden werden. Für die neue Doppelanstalt soll das alte Gebäude umgebaut und erweitert werden. 1911 Die Unterrichtsstunde wird an allen höheren Schulen auf 45 Minuten festgesetzt. Der Neubau für das KWG wird begonnen. 1914 Am 10. Januar siedelt das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in das neue Schulgebäude in der Sichelstraße über. Das in der Böhmerstraße verbliebene Realgymnasium heißt wieder Kgl. Realgymnasium mit Realschule i.. Die erste Realschulsexta wird Ostern eröffnet. 1917 Anläßlich seines 70.Geburtstages erlaubt der Generalfeldmarschall von Hindenburg der Schule, seinen Namen zu tragen. Das Schreiben vom 26. Oktober, das die eigenhändige Unterschrift Hindenburgs trug, hing bis zur Zerstörung des Schulgebäudes 1944 unter Glas und Rahmen im Konferenzzimmer der Anstalt. 1927 Verhandlungen zwischen dem Provinzialschulkollegium und der Stadt Trier über eine Abtrennung der Realschule von dem Realgymnasium, die Übernahme der Realschule durch die Stadt und ihren Ausbau zu einer Oberrealschule führen zu keinem Ergebnis. Mit dem seit Jahren geforderten, geplanten, beschlossenen, aber immer wieder zurückgestellten Bau eines neuen Schulgebäudes wird begonnen. 1929 Die Schülerzahl des Realgymnasiums und der Realschule ist auf annähernd 800 gestiegen. Am 5. Oktober bezieht das Hindenburg-Realgymnasium das neue Schulgebäude in der Augustinerstraße. Die Realschule wird von dem Realgymnasium abgetrennt und städtisch. Sie bleibt im alten Schulgebäude in der Böhmerstraße bis zu ihrer Schließung am 1. Oktober 1938. 1937 Am 1. April wird das Realgymnasium in die Hauptform der deutschen höheren Schule überführt. Es wird achtklassig, Englisch wird erste Fremdsprache, die Oberstufe wird in einen sprachlichen und einen naturwissenschaftlichen Zweig gegabelt. Die Schule heißt von nun an Hindenburg-Schule, staatl. Oberschule für Jungen. Die bunten Schülermützen werden abgeschafft. 1938 Durch Verfügung vom 28. Juli fällt die an Stelle des nach dem ersten Weltkrieg hinfällig gewordenen Einjährig-Freiwilligen eingeführte Mittlere Reife (nicht identisch mit der Versetzung nach Obersekunda) weg. 1939 Am 1. November wird das Schulgebäude für militärische Zwecke beschlagnahmt. Die einzelnen Klassen werden behelfsmäßig im Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, in einer Schulbaracke der Augusta-Viktoria-Schule, ab 1940 auch im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium untergebracht. 1941 Das Schulgebäude wird freigegeben und im Herbst wieder bezogen. 1944 Am 23.12. wird das Gebäude durch Fliegerbomben vollständig zerstört. Der Unterricht war schon am 1. September wegen dauernder Luftgefahr eingestellt worden. 1945 Wiederaufnahme des Unterrichts auf Anordnung der französischen Militärregierung am 1. Oktober. Die Schule findet eine vorläufige Aufnahme im Schulgebäude des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums. Sie nimmt ihren alten Namen Staatl. Hindenburg-Realgymnasium wieder an. 1946 Am 2. April bezieht das Gymnasium die Notunterkunft im Behördenhaus Sankt Maximin. 1955 Auf Grund des Abkommens zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinfachung des höheren Schulwesens trägt die Schule ab 1. April wie alle Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, die Bezeichnung Gymnasium (neusprachliches). 1956 Das Ministerium für Unterricht und Kultus der Landesregierung Rheinland-Pfalz beschließt den Wiederaufbau des zerstörten Schulgebäudes. Am 29. Oktober wird mit dem Abbruch der Ruine und dem Wiederaufbau begonnen. 1958 Am 26. Juni wird das Richtfest gefeiert. 1959 Die Bauarbeiten an dem im 2. Weltkrieg zerstörten Anstaltsgebäude sind Ende Mai abgeschlossen. Die feierliche Übergabe durch den Herrn Kultusminister des Landes Rheinland-Pfalz Dr. Orth erfolgt in einem Festakt in der wiederhergestellten Aula des Gymnasiums am 30. Mai.

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Wirth, Erich (Staatliches Hochbauamt Trier).
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Bildungsstätten / Schulen
Zeit:
1821
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.634664
lat: 49.751432
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.hgt-trier.de/

Datenquelle

Dr. Werner Müller (Aus der Festschrift 1959) auf der Website der Schule: http://www.hgt.bildung-rp.de/

Bildquellen

1 Bild: Website der Schule: http://www.hgt.bildung-rp.de/

Stand

Letzte Bearbeitung: 25.06.2003

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