Datenbank der Kulturgüter
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Dreifaltigkeitsbild auf dem Paulsberg

Wehlen, Gemeinde Bernkastel-Kues

Wallfahrtsstätte

Etwa zwei Kilometer nordwestlich von Wehlen erhebt sich ein 330 Meter hoher Bergkegel, der sogenannte Kreinkopf, dessen Gipfel mit einem den Wald überragenden Aussichtsturm gekrönt ist und so einen herrlichen Weitblick in das Mosel- und Eifelland gestattet. Wo diese Bergkuppe in das Wehlener Hochplateau, die sogenannte Wehlener Heide ausläuft, kreuzen sich die Wege Wehlen-Siebenborn und Zeltingen-Lieser. Just an der Kreuzung steht ein altes Wegekreuz aus rotem Sandstein, das eine ganz absonderliche Form aufweist: Auf einem breiten, dreikantigen Sockel steht eine ebenfalls dreiseitige Säule von etwa V/i Meter Höhe. Diese trägt eine fast spitz auslaufende Krone mit drei, wiederum dreieckigen Bildflächen, auf denen die drei göttlichen Personen symbolisch dargestellt sind. Von diesem eigenartigen Dreifaltigkeitskreuz heißt der Standort schlechthin Auf Dreifaltigkeit. Drei alte Lindenbäume, auch im Dreieck gepflanzt, beschatten das Standbild. Man geht wohl kaum fehl in der Annahme, daß Dreifaltigkeit eine vorchristliche Kultstätte gewesen ist, daß also der wahrscheinlich inmitten eines mächtigen Urwaldes und hochgelegene Platz eine Stätte heidnischer Götterverehrung und Versammlungsort war; daß daher bereits mit der Einführung des Christentums im Moselland dort christliche Wahrzeichen aufgerichtet wurden. Dafür, daß dort oben zur Zeit, als der Schwarze Tod unsere Heimat heimsuchte, ein Hospital für Pestkranke gestanden haben soll, gibt es jedoch keine Anhaltspunkte. Auch das Alter des Kreuzes ist nicht festzustellen, da die Jahreszahl der Errichtung, die sonst allgemein auf den Feld- und Wegekreuzen zu finden ist, fehlt. Doch dürfte es älter sein, als die meisten alten Kreuze auf der Gemarkung Wehlen, die vielfach dem Jahrhundert des Dreißigjährigen Krieges entstammen. Das Dreifaltigkeitskreuz war früher das Ziel vieler frommer Beter, die in leiblichen und geistigen Nöten dorthin wallfahrteten. Auch war und ist heute noch Dreifaltigkeit ein beliebter Ausflugsort; denn unter den breitkronigen Linden stehen grobgezimmerte Ruhebänke und die breite, grasbewachsene Wegekreuzung ist ein idealer Spielplatz für Kinder. Vor dem ersten Weltkrieg, als das Kreuz vom Fichtenwald überschattet wurde, hatte Dreifaltigkeit noch mehr Anziehungskraft als heute. Ganz besonders am Sonntag nach Pfingsten, dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, herrschte daselbst ein lebhaftes Treiben. Von den vier Winden kamen dann Prozessionen der umliegenden Pfarrdörfer Zeltingen,Wehlen, Graach, Lieser, die am Kreuz beteten. Anschließend kam die gesellige Seite zu Wort: Es waren Stände errichtet worden, an denen alt und jung kaufen konnten. Ein Wirt hatte für Speisen und Getränke gesorgt, und die Kinder spielten im Walde. Es herrschte eitel Lust und Fröhlichkeit. Vor Eintritt der Dunkelheit formierten sich wieder die Prozessionen und zogen betend und singend nach Hause zurück. Hans Vogts sagt über das Dreifaltigkeitsbild: Dieses Bild ist aus rotem Sandstein geschaffen. Auf dreiseitigem Pfeiler ein Aufsatz mit drei Rokokokartuschen, deren jede in Symbolen eine der göttlichen Personen darstellt; aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Wallfahrtsstätten
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   7.0109
lat: 49.9451
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf Mellengraben

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernkastel-Kues

Datenquelle

Franz Schmitt: Chronik Weindorf Lieser. Wittlich im Juli 1988.Hrsg.: Ortsgemeinde Lieser/Mosel

Bildquellen

1 Bild: Franz Schmitt: Chronik Weindorf Lieser. Wittlich im Juli 1988.Hrsg.: Ortsgemeinde Lieser/Mosel

Stand

Letzte Bearbeitung: 27.05.2015

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