Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0















zum Vergrößern auf das Bild klicken

Grabungen in Duppach-Weiermühle

Weiermühle, Gemeinde Duppach

Beschreibung

Die Ausgrabung der römischen Grabdenkmäler von Duppach / Weiermühle Die Fundstelle des römischen Grabmals von Duppach/Weiermühle befindet sich circa 7,5 Kilometer südlich des römischen Vicus und spätantiken Kastells Icorigium / Jünkerath in 0,8 Kilometer Entfernung von der Römerstraße Köln-Trier. Seit den 20er Jahren des 20wurden auf der Flur "Auf Bremscheid" nordwestlich des Duppacher Ortsteiles Weiermühle bei Schürfungen und Prospektionen Fragmente von mindestens einem römischen Grabdenkmal gefunden. Durch die ehrenamtlichen Surveys der Mitglieder des Archäologischen Vereins Gerolstein, Herrn und Frau Surges (Weiermühle) und Herrn May (Koblenz), konnten die dazugehörigen römischen Siedlungsstellen durch zahlreiche Funde lokalisiert werden. Aufgrund der erkannten Fundstreuung war anzunehmen, dass es sich um einen größeren Siedlungskomplex (Villa Rustica) mit ausgedehntem Gräberfeld mit einem oder mehreren monumentalen Grabdenkmälern handelte. Die bisher bekannten Fundstellen erstrecken sich über eine Fläche von circa 3 ha. Anhand der im Vorfeld der Ausgrabungen durchgeführten geophysikalischen Prospektionen konnte der exakte Standort der Denkmäler lokalisiert werden. Die von der Fritz-Thyssen-Stiftung, der Van-Meeteren-Stiftung, der Verbandsgemeinde Gerolstein und dem Rheinischen Landesmuseum finanzierte Ausgrabung bestätigte das Ergebnis der Prospektionen und brachte darüber hinaus eine Vielzahl neuer, unerwarteter Befunde und Funde. Die Ausgrabung fand für den Zeitraum von acht Wochen im August und September 2002 statt. Dabei konnten zwei zeitlich aufeinander folgende Grabdenkmäler dokumentiert werden. Das ältere der beiden besaß ein Fundament von circa 7m x 7m und war von einer Umfassungsmauer von 18m x 19m umgeben. Südlich daran schloss sich die Umfassungsmauer eines jüngeren Grabmals von 11,6m x 10,6m an. Im Inneren befand sich das Fundament des Grabmals von 5,2m x 4,2m. Von beiden Bauwerken konnten insgesamt 770 Skulpturenfragmente aus Sandstein geborgen werden. Besonders bemerkenswert sind zahlreiche Fragmente von Tier-, Fabelwesen- und Menschendarstellungen. Eine herausragende Stellung nimmt hierbei ein vollständig erhaltener, 50cm x 80cm großer, rundplastisch ausgearbeiteter Greifenkopf ein. Nach bisheriger Analyse muss aufgrund der Funde mindestens eines der beiden Grabdenkmäler in Analogie zur Igeler Säule bei Trier rekonstruiert werden. Vom dazugehörigen Gräberfeld konnten vier Bestattungen und zwei Aschegruben dokumentiert werden. Die Gräber sind Urnenbestattungen in Steinplattengräbern. Aus den Aschegruben stammen neben zahlreichen Keramik- und Glasgefäßen auch verkohlte Reste von römischen Backwaren aus dem 3. Jahrhundert nach Chr. In unmittelbarer Nähe der Gräber konnte ein Depot mit circa 30 vollständigen Terrakotten, die zumeist Muttergottheiten darstellen, geborgen werden. Ziel des Projektes ist es, das römische Grabdenkmal von Duppach/Weiermühle in seinem historischen und topographischen Kontext zu analysieren und zu rekonstruieren, um so auf regionaler Ebene einen Beitrag zur Erforschung der römischen Zeit im Gerolsteiner Land zu liefern. Das Projekt wird wissenschaftlich durch Herrn Prof. Dr. D. Boschung, Prof. Dr. Th. Fischer und Prof. Dr. H. v. Hesberg betreut und bildet ein Schwerpunktthema in dem Dissertationsprojekt Siedlungsarchäologische Studien zur Römerzeit in der Westlichen Vulkaneifel (Kreis Daun)" von Peter Henrich MA. Dr. Marianne Tabaczek übernimmt die wissenschaftliche Bearbeitung und Rekonstruktion der Grabmäler. Die Dokumentation der Grabungsbefunde und die Auswertung der geophysikalischen Prospektionsergebnisse erfolgen durch P. Henrich MA. [Homepage der Gemeinde Duppach http://www.gerolsteiner-land.de/aktuelles/Internettext_Duppach.htm] Fundstelle 1074 Nordöstlich von Duppach wurden im Jahre 1921 Skulpturfragmente eines monumentalen Grabmals von beachtlichen Ausmaßen gefunden. Die Fundstelle liegt am Fuß eines O-Hangs westlich des Oosbachs. Das am besten erhaltene Fragment stellt einen Löwen dar, der einen Eber schlägt. Im näheren Umfeld dieser Fundstelle wurden in den Jahren 1983, 1985, 1986, 1988 und 1989 weitere Fragmente eines monumentalen Steindenkmals, darunter ein 24 cm hoher Frauenkopf in Halbrelief aus Sandstein und eine über 30 cm lange Löwentatze aus Sandstein, gefunden. Bereits vor 1914 waren Relieffragmente mit Weintrauben- und Rankendarstellungen entdeckt worden. Sie gehören offensichtlich zu einem prunkvollen Grabmonument, das in römischer Zeit an einer Straße (Trier - Köln?) stand. Reste der Straßentrasse sind in Form eines flachen Dammes im Bereich der Oosbachniederung erhalten. Dicht nördlich liegt eine römische Siedlungsstelle (s. o.). Trierer Jahresber. 13, 1923, 76f.; Trierer Zeitschr. 52, 1989, 457; Trierer Zeitschr. 55, 1992, 410; Trierer Zeitschr. 56, 1993, 301 in: Römisch-Germanische Forschungen, Bd. 63. Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts Frankfurt a. M. Fundstellenkatalog von: Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock. 2006

Einordnung

Kategorie:
Archäologische Denkmale / Siedlungswesen / Siedlungen
Zeit:
Circa 500 vor Chr. bis circa 500 nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.576354
lat: 50.268819
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf Bremscheid

Internet

http://www.archaeologie-duppach.de/

Datenquelle

- Homepage der Gemeinde Duppach http://www.gerolsteiner-land.de/aktuelles/Internettext_Duppach.htm - Kreisverwaltung Vulkaneifel, Abteilung 1 - Kommunales und Recht; 2008. - Fundstellenkatalog: Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Dirk L. Krausse unter Mitarbeit von Antje Fischbock, 2006. - Dirk Krausse: Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Verlag: Philipp von Zabern, Mainz, 2006. Beilage 1.

Bildquellen

1 Bild: Peter Henrich http://www.gerolsteiner-land.de/aktuelles/Internettext_Duppach.htm
2 Bild: Peter Henrich http://www.gerolsteiner-land.de/aktuelles/Internettext_Duppach.htm
3 Bild: © Dr. Christian Credner, Lambertsberg, 2012. http://www.flickr.com/photos/36577363@N04
4 Bild: © Dr. Christian Credner, Lambertsberg, 2012. http://www.flickr.com/photos/36577363@N04
5 Bild: © Dr. Christian Credner, Lambertsberg, 2012. http://www.flickr.com/photos/36577363@N04

Stand

Letzte Bearbeitung: 21.12.2012

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit