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Ehemalige Ölmühle

Niedermennig, Gemeinde Konz

Freilichtmuseum Roscheider Hof

Im Sommer 2006 wurde die wiederhergestellte Ölmühle in Konz-Niedermennig eingeweiht, die eine Außenstelle des Museums werden soll. Die Mühle im Tal des Niedermenniger Bachs stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde noch bis in die 1960er Jahre betrieben. Von Konz aus ist die Mühle mit dem Auto oder dem Fahrrad schnell zu erreichen, man kann aber auch zu Fuß auf asphaltierten Wegen durch das Jeuchbachtal nach Niedermennig wandern. Besichtigung: Die Ölmühle und der Mühlweiher sind von außen frei zugänglich. Das Innere der Mühle ist im Sommer an manchen Sonntagen von 14 bis 16 Uhr zu besichtigen. Hierbei wird auch das Wasserrad und die Mühltechnik im Inneren in Gang gesetzt. Geschichte der Ölmühle: Für das 18. Jahrhundert geht die Forschung davon aus, dass bereits eine Mühle in Niedermennig existiert haben muss, diese jedoch in der Zeit zwischen 1793 und 1803 untergegangen ist. 50 Jahre lang gab es keine Mühle in Niedermennig mehr. Mit der Säkularisierung wurde der Mahlzwang (sogenannte Bannmühle) aufgehoben, so dass jedermann sein Erntegut dort mahlen lassen konnte, wo er wollte. Dies führte zu einem regen Aufschwung des Mühlenwesens, der für den Regierungsbezirk Trier in folgenden Zahlen deutlich wird: In der Mitte des 19. Jh. wurden insgesamt 1.749 Mühlen, davon 379 Ölmühlen, registriert. Die Ölmühle Niedermennig wurde im Jahr 1849 erbaut. Bauherr war Heinrich Müller, von Beruf Müller, geboren im Jahr 1800 in Niedermennig. Der Walmdachbau mit ca. 8 x 8 m Ausmaß ist ein eher bescheidener Mühlenbau, das Mahlwerk wurde von dem Wasser des Niedermenniger Baches angetrieben. Der natürliche Bachlauf wurde dafür gestaut und das Wasser über einen künstlich angelegten Mühlenbach in einen Mühlenteich geleitet, der 1.100 m² groß war und einen Wasserinhalt von 900 m³ aufwies. Der wirtschaftliche Einzugsbereich der Mühle erstreckte sich wohl bis nach Pellingen, Hentern, Wiltingen und Kommlingen. Die Niedermenniger Müller waren außerdem Landwirte und Winzer. Mühlentechnik Im Inneren der Ölmühle ist noch ein Teil der Mühlenmechanik in Form der Mühlsteine und des Getriebes vorhanden. In der östlichen Ecke des Innenraumes befand sich die Ölpresse, die über die Mühlenmechanik mit angetrieben wurde. Zwischen Presse und Mühle stand der Ofen, in dem das zerkleinerte Material erhitzt wurde. Die Arbeitsgänge bestanden daher aus Mahlen-Erhitzen-Pressen des Erntegutes. Erste Renovierung der Ölmühle Im Jahre 1919 wurden Renovierungsarbeiten an der Ölmühle durchgeführt, um Schäden am Gebäude, der Einrichtung und der Mühlenmechanik zu beheben, wie ein Bauantrag belegt. Die Mühle war durchgehend bis 1943 und nach einer Restaurierung von 1949 bis in die 60er Jahre in Betrieb. Kurz nach dem Krieg spielte angesichts der schlechten Versorgungslage das Mahlen von Bucheckern eine große Rolle. Ansonsten wurden vor allem Raps oder Nüsse- gemahlen. 1967 wurde der Betrieb endgültig eingestellt. 1992 starb Nikolaus Müller, der letzte Müller der Ölmühle Niedermennig. Projekt Inwertsetzung der Ölmühle 1979 wurde die Mühle von der Stadt Konz unter Federführung des damaligen Ortsvorstehers Ingo Adam erworben, um sie vor dem Verfall zu retten. In den Jahren 1991 bis 2002 wurden erhebliche Mittel aus den Bereichen der Denkmalpflege, der Dorferneuerung sowie Eigenmittel der Stadt Konz eingesetzt, vorwiegend zur Wiederherstellung des Objektes. Bei der Restaurierung spielte der Heimat- und Verkehrsverein Tälchen e.V. durch die Vielzahl an unentgeltlichen Arbeitsstunden eine maßgebliche Rolle. Bereits seit 1995 war vorgesehen, in einer zweiten Stufe die Außenanlagen wiederherzustellen. Im Jahre 2000 wurde zunächst das Mühlrad wiederhergestellt. Nachdem der erforderliche Flächenankauf gelang und eine finanzielle Beteiligung durch europäische Mittel bewilligt wurde, konnten die Arbeiten im September 2005 beginnen. Dabei wurde zunächst ein neuer Zulauf vom Niedermenniger Bach hergestellt, der den neuen Mühlenteich speisen kann. Das heutige Mühlrad befindet sich ca. 1,20 m höher als früher, so dass der Zulaufgraben 150 m lang werden musste. Der Teich besitzt ein Volumen von 500 m3 und treibt über die neue Holzrinne das Mühlrad an, wenn der Schieber geöffnet ist. Ein Dauerbetrieb des Mühlrades ist nicht vorgesehen, da dem Niedermenniger Bach ein gewisses Durchlaufvolumen (61 pro Sekunde) verbleiben muss. Anschließend gelangt das Wasser bei Betrieb über das Mühlrad, ansonsten über den Notüberlauf wieder in den Niedermenniger Bach. Mit der Eingrünung, den Sitzmöglichkeiten und dem neuen Umfeld soll die Aufenthaltsqualität an der Ölmühle verbessert werden, was sowohl Einheimischen als auch Touristen zugute kommt. Die Baumaßnahme wurde im Mai 2006 erfolgreich abgeschlossen. Parallel zu der Gestaltung der Außenanlagen wurde unter Federführung von Ortsvorsteher Klever und fleißigen Mitstreitern die Gangbarmachung der Mühlenmechanik im Innern der Mühle in Angriff genommen. Dazu musste ein Zahnrad mit dem Durchmesser 900 mm angefertigt werden sowie Verstärkungen an der Konstruktion im Innern erfolgen. Heutige Situation: Jährlich findet an der Ölmühle am Vatertag das beliebte Ölmühlenfest statt und rückt den Ort in den Mittelpunkt des Interesses. Am Tag des offenen Denkmals sowie auf Anfrage kann das Innere der Mühle besichtigt werden. Zu bestimmten Anlässen kann nun nicht nur das Mühlrad, sondern auch die Mechanik im Innern wieder zum Laufen gebracht werden. Ein technisches und soziales Kulturdenkmal konnte somit für die nächsten Generationen erhalten werden. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Mühlen
Zeit:
1849
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.630037
lat: 49.692108
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Briedel

Internet

http://www.roscheiderhof.de/index.php/de/oelmuehle

Datenquelle

[1] Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof e.V., Roscheiderhof 1, D-54329 Konz, email: info@RoscheiderHof.de, Internet: http://www.roscheiderhof.de

Bildquellen

1 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2014.
2 Bild: © Helge Rieder, Konz, 2000

Stand

Letzte Bearbeitung: 07.10.2014

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