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Sprinker Mühle im Alftal

Sprinker Mühle, Gemeinde Mückeln

Beschreibung

Geschichte der Sprinker Mühle Die Sprinker Mühle im Alfbachtal bei Mückeln ist durch die grausige Mordtat im Jahre 1796, bei der fast die ganze Müllerfamilie einen gewaltsamen Tod fand, bekannt geworden. Über die weitere Geschichte des Hauses und ihrer Besitzer ist dagegen wenig bekannt. Die Ursprünge Die Mühle gehörte, ebenso wie die im Alfbachtal nahegelegenen Höfe Sprink und Schutzalf, zum Kloster Springiersbach. In Sprink unterhielt das Kloster ein eigenes Hofhaus, in Schutzalf eine Kapelle. Die Mühle liegt heute in der Gemarkung Mückeln, ihr Name Sprinker Mühle deutet aber auf die Wurzeln in der Klostergeschichte hin. Die Mühle dürfte aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts stammen. Die Mühle ist damit wesentlich jünger als der Hof Sprink (1120 erstmals erwähnt) und Schutzalf (1545). Der erste Hinweis findet sich 1727 im Sterbearchiv der Pfarrei Wollmerath, in dem der Tod des Carolus Scheid verzeichnet ist mit Wohnort Molendino Sprink. Die Müllerfamilie Crones von 1771 bis 1819 Knapp 50 Jahre später, am 5. 4. 1771, ist die Geburt von Joes Adam Crones ex Mola Spring verzeichnet. Die Eltern sind Joes und Maria Crones. Es ist jener Müller Crones, der 1796 einer Räuberbande zum Opfer fällt. Bis 1789 werden acht weitere Kinder des Müller Crones in der Mühle geboren. Am 13. August 1796 geschieht der grausame Mord auf der Sprinker Mühle, bei dem der Müller Johann Crones, seine Ehefrau Maria, geb. Bell und die Kinder Anna Maria (23) und Mathias Joseph (7) von Tuchhannes und seiner Moselbande ermordet werden. Der 17jährige Sohn Gerhard überlebt die grausige Tat schwerverletzt. Aus den Gerichtsakten des Mordfalles geht hervor, dass die Mühle in Erbpacht war. 1798, zwei Jahre nach dem Tod der Eltern, heiratet die älteste Tochter Gertrud Crones den Paulus Steffes aus Mückeln. Als Wohnort wird die Sprinker Mühle genannt. Die Crones-Kinder sind also auch nach dem Tod der Eltern auf der Sprinker Mühle ansässig. Der älteste Sohn Johann Adam tritt offensichtlich die Nachfolge seines Vaters an, denn 1807/08 prozessiert er gegen Mathias Schladweiler, den Besitzer des Sprinker Hofes, wegen des Wasserrechtes zur Bewässerung der Wiesen. 1808 geht der Prozess zugunsten von Schladweiler aus. Vermutlich war Crones Eigentümer der Mühle, denn als Pächter hätte er kaum selbst den Prozess geführt. Die Mühle ist also - wie das ganze Klostergut nach 1798 im Zuge der Säkularisierung - in private Hände übergegangen, ebenso wie die Klosterbesitzungen Sprink (an Mathias Schladweiler) und Schutzalf (1804) sowie Trautzberg (1808). Ehefrau von Johann Adam Crones ist Maria Drossen. Drei Söhne (1809 Mathias, 1811 Johann Hubertus und 1813 Johann) werden in der Mühle geboren. In den darauffolgenden Jahren müssen die Geschäfte für Müller Crones schlecht gegangen sein, denn 1819 ist er nicht mehr auf der Sprinker Mühle, sondern wohnt jetzt in Strohn, wo 1819 die einjährige Tochter Anna stirbt. Müller Crones hat hier die oberste der beiden Strohner Mühlen übernommen, stirbt aber schon wenige Jahre später 1827 im Alter von 56 Jahren. Im Mühlen-Kataster heißt es: Auf der Strohner Obersten Mühle ist die Witwe Anna Maria Crones Eigentümer. Sie hat 125 Mahlgäste. 1829 heißt es allerdings schon: Die Witwe ist außer Vermögen, die Mühle in einem Zustand zu halten, wie dieselbe es erfordert. Müller Johann Josef Lenz 1825 bis 1843 Zurück zur Sprinker Mühle in Mückeln, die inzwischen einen neuen Eigentümer hat: Johann Josef Lenz ist Müller und bewirtschaftet die Mühle mit seiner Ehefrau Maria Catharina Ostermann. 1825 findet sich der Geburtseintrag der Müllerstochter Agnes Lenz. Zur Mühle gehören eine Wiese, ein Stall, ein Feld und ein Garten. Nach dem Mühlen-Kataster von 1827 hat die Mühle Kundschaft aus acht Dörfern mit insgesamt 180 Mahlgästen. Zu den Dörfern gehören Mückeln, Strohn, Strotzbüsch, Gillenfeld, Ellscheid, Sprink, Trautzberg und Oberscheidweiler. Sieben Mühlen hat die Bürgermeisterei Strohn 1827, die alle zum Mahlen von Mehl, Grützen oder Graupen dienen (Immerath, Strohn 2x, Strotzbüsch, Mückeln, Brockscheid, Heckenhof-Immerath). Müller Peter Jovi Johann Josef Lenz ist bis 1843, also etwa 25 Jahre Müller auf der Sprinker Mühle, die er mit 54 Jahren in jüngere Hände gibt. Sein Nachfolger wird Peter Jovy mit Ehefrau Katharina Kilburg. 1866 führt dieser einen Umbau zur Erweiterung von einer Ölmühle um eine Lohmühle durch, wozu er einen Bauplan erstellen läßt und eine Genehmigung beantragt. Gegen den Umbau erhebt Paul Konen aus Oberscheidweiler Einspruch, was zur Bauverzögerung führt. Konen gehört das an die Mühle angrenzende Land. Über dem Eingang des heutigen Mühlengebäudes findet sich ein Sandstein mit der Inschrift: P. J. 1872. Jovi hat das Abschlussjahr der Umbauarbeiten festgehalten. Er selbst ist in diesem Jahr 53 Jahre alt und schon 29 Jahre Müller auf der Sprinker Mühle. Die Bewohnerzahl der Sprinker Mühle schwankt im 19. Jahrhundert zwischen vier und elf Personen, wobei häufig auch Knechte oder Mägde auf der Mühle wohnen. Zur Mühlentechnik der Sprinker Mühle Heißt es noch 1827 bei Lenz, dass die Mühle nur ein Wasserrad hat (aber schon eine Ölpresse), hat Jovi 1857 zwei Wasserräder oberschlächtig, eines mit einem Gang, eines mit zwei Gängen (zwei Mehlgänge und eine Ölpresse) und nach dem Umbau sogar drei Räder. Oberschlächtig bezeichnet, wie das Wasser auf das Mühlrad auftraf, nämlich von oben. Im Gegensatz dazu gab es mittel- und unterschlächtige Wasserräder. Oberschlächtige Wasserräder hatten einen größeren Wasserdruck und erzeugten den größten Wirkungsgrad. Sie erforderten aber ein höheres Wassergefälle als unterschlächtige Räder. Die Sprinker Mühle hatte hierzu einen eigenen Mühlengraben, dessen Wasserzufuhr regulierbar war. Die Mühle war eine Doppelmühle, wie sie häufig in der Eifel anzutreffen war. Sie konnte neben Getreide auch pflanzliches Öl aus Ölsaaten und -fruchten mahlen oder pressen. Eine Wassermühle mit ein bis zwei Mahlgängen hatte eine durchschnittliche Kapazität von 0,5 bis 2 t Getreide pro Tag. Hierbei ergaben 100 kg Getreide etwa 70 kg Mehl, 18 kg Kleie, 4 kg Staub und 8 kg Molter-Lohn. Die Sprinker Mühle im 20. Jahrhundert 1902 ereignet sich ein Unfall auf der Mühle, wobei der Peter Ehlen aus Mückeln von einem Riemen erfasst wird und später im Kloster Maria-Hilf zu Daun seinen Verletzungen erliegt. 1905 heißt der Müller der Sprinker Mühle Thomas Waldorf. Der Mahlbetrieb muss 1912 vorübergehend wegen eines geringen Wasserstandes eingestellt werden. Müller Waldorf muss zum Kornmahlen nach Himmerod fahren. Der letzte Müller der Sprinker Mühle heißt Klöppel. 1937 waren die Geschwister Klöppel Mühlenbesitzer. Dann führt Johann Klöppel die Mühle bis 1951. Anton Klöppel schließlich gibt offiziell nach einem Verzeichnis der Mühlenstillegungen im Jahre 1955 den Mühlenbetrieb im Alfbach als letzter Müller auf. Von da an steht die Mühle leer, wird nur noch sporadisch bewohnt und ist dem Verfall preisgegeben. Erst Anfang der 70er Jahre kommt ein neuer Eigentümer, der das Gebäude grundlegend saniert, ohne den Grundriss zu verändern und als Wohnhaus nutzt. Heute präsentiert sich das Gebäude in einem intakten Zustand und hat seinen Mühlencharakter bewahrt.

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Technische Bauten und Industrieanlagen / Mühlen
Zeit:
Anfang des 18. Jahrhunderts
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.943858
lat: 50.091144
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Mühlenrech

Internet

http://www.mueckeln.de/ http://www.mueckeln.de/

Datenquelle

Walter Steffes, Sinzig-Bad Bodendorf in Jahrbuch Daun 1999. http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1999/hjb1999.104.htm

Bildquellen

1 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2008
2 Bild: Jahrbuch Daun 1999. http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1999/hjb1999.104.htm

Stand

Letzte Bearbeitung: 12.08.2008

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