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Martinskapelle am Weinfelder Maar

Weinfeld, Gemeinde Schalkenmehren

Beschreibung

1044 erstmalig genannt. Die Kirche steht auf einem römerzeitlichen Siedlungsbezirk und wird als Mittelpunkt eines sehr alten Taufbezirks angesehen. [1] Das Kirchlein am Weinfelder Maar - dem heiligen Martin geweiht - ist die Kirche der ehemaligen Pfarrei Weinfeld, zu der Schalkenmehren ehemals gehörte. Noch heute bestatten die Schalkenmehrener ihre Toten rund um das Kirchlein am Weinfelder Maar (Totenmaar). Die Weinfelder Kapelle ist heute eine Stätte des Gebets und der Verehrung der schmerzhaften Muttergottes. [2] Westturm und Chor wohl 14. Jahrhundert, Schiff 1723. Die Kirche von Weinfeld Wo jetzt die Kirche steht, mag ehedem eine römische Kultstätte gestanden haben oder eine römische Villa mit Badegelegenheit am Maar. Ihre Fundamente weisen deutlich römische Spuren auf. Sicher gehört sie zu den ältesten christlichen Kirchen der Eifel. Sie war Pfarrkirche des Dorfes Weinfeld bis zum Jahre 1562, als Pastor Peter von Mehren als letzter hinunter nach Schalkenmehren zog. Die Weinfelder Kirche blieb aber weiterhin Pfarrkirche und alle Sakramente wurden hier gespendet, bis zum Jahre 1726. 1803 wurde dann Schalkenmehren eigene Pfarrei. Aber an den Sonntagen von Ostern bis Pfingsten wurde weiterhin in Weinfeld der Sonntagsgottesdienst gehalten. 1807 wurde vom Bischof in Trier empfohlen, die Weinfelder Kirche abzubrechen und das Baumaterial zur Ausbesserung der Schalkenmehrener Kirche zu verwenden. Aber die Schalkenmehrener bauten auf eigene Kosten und unter großen Opfern eine neue Kirche. Daher konnten sie sich kaum noch um Weinfeld kümmern, die Kirche zerfiel und glich einer Ruine. Was dazu führte, daß die Schalkenmehrener polizeilich aufgefordert wurden, die Kirche wieder herzustellen oder abzureißen. Pastor Johann Konter nahm den Aufbau in die Hand und rettete durch Sammelaktionen in der Bevölkrung die altehrwürdige Kirche. Am 27. September 1887 konnte die feierliche Wiedereinsegnung stattfinden. Eine Marmortafel in der Kirche und sein Grabstein halten das Andenken von Pfarrer Konter noch heute wach. Leider sind die wunderschönen Altäre dem bilderstürmenden Zeitgeist zum Opfer gefallen. Nur noch das Gnadenbild ist heute in der Pfarrkirche Schalkenmehren zu sehen. [3] Am Weinfelder Maar Silbern treibt der Wind die Wellen hin zum Rand am Kratersee, raubt dem knorrigen Holunder für den Pfad den Blütenschnee. Wo sein Feueratem glühte, er einst Asche trieb und sprühte, spielt er friedlich auf der Geige sanfte Lieder ins Gezweige. Hoch am Maar steht die Kapelle, feste Mauern, sturmerprobt; über ihre alte Schwelle trugen viele Leid und Not. Wind weht leise um die Mauer, grün bemoost steht mancher Stein, wo in Erde, voller Trauer, schloss man, die hier lebten, ein. Wenn in sternenklaren Stunden nachts der Schäfer mit den Hunden um die kleine Herde geht, lauscht er nach den fernen Stimmen, die der Wind vom Dorfe drinnen - einst versunken – zu ihm weht. [4]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
1044
Epoche:
Frühmittelalter / Romanik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.849198
lat: 50.179029
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Kirchhof am Totenmaar

Internet

http://www.schalkenmehren.de/

Datenquelle

[1] Kremb/Lautzas: Landesgeschichtlicher Exkursionsführer Rheinland-Pfalz, Bd.2, 1991; Verlag Arbogast, 6756 Otterbach. [2] Friedbert Wißkirchen, Daun. [3] Homepage der Ortsgemeinde Schalkenmehren. [4] Wilma Herzog, Gerolstein, 2017.

Bildquellen

1 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2008
2 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2010.
3 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2010.
4 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2010.
5 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2010.
6 Bild: © Friedbert Wißkirchen, Daun, 2010.

Stand

Letzte Bearbeitung: 10.10.2017

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