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Brückenkopf über die Saar bei Ayl (1)

Biebelhausen, Gemeinde Ayl

An der Gollesbachmündung

Um 21.30 Uhr trafen die ersten Boote der zweiten Schiffsladung in Ayl ein. Da sich wieder Nebel im Flusstal niedergelassen hatte, schienen die Bedingungen für eine Überquerung ideal. Sie wurde für 23.00 Uhr geplant. Die Kolonne mit den Booten glitt durch den Ort nach Osten bis zur Kreuzung mit der Uferstraße. Dort wurden die Boote verteilt. Jedes Angriffsbataillon bekam die Hälfte. Eine halbe Stunde später zogen die Stoßtruppen der beiden Bataillone wieder aus dem Ort. Mit der Kompanie C an der Spitze marschierte das 1. Bataillon von Ayl über die Straße nach Osten in die Stellung entlang des Flusses in der flachen, offenen Ebene. Das 3. Bataillon die Straße im Norden des Dorfes bis zu dem kleinen Bach nordöstlich von Ayl. Diesem folgten sie bis an die Saar. Da die ursprüngliche Angriffskompanie Landesstraße beim ersten Versuch am Flussufer so schwere Verluste erlitten hatte, wurde der Kompanie I die Führungsaufgabe übertragen. Die Boote wurden ans Flussufer herangebracht, wo die Männer sie in den letzten wenigen Minuten vor der Angriffszeit ungeduldig erwarteten. Die Anspannung war groß, und wegen der Erinnerung an das fürchterliche Feindfeuer am Nachmittag schien die kurze Wartezeit eine Ewigkeit zu dauern. Dann war das Warten plötzlich vorbei. Die ganze Front bekam das Signal zum Angriff. Die Männer sprangen in die Boote und paddelten wild in die Strömung. Die meisten waren unerfahren mit dem Umgang mit Booten und benötigten geraume Zeit für die Überwindung des Flusses. Sobald die Boote das Ostufer erreichten, sprangen die Infantriesoldaten ans Ufer und stürzten vorwärts, während die Pioniere die Boote wendeten und die zweite Welle abholten. Im Abschnitt der Kompanie I gab es zunächst keinen Widerstand von den Bunkern, die das Ostufer beherrschten. Kompanieführer Leutnant Jaques führte seine Angriffsschwadronen so schnell nach vorn zu den feindlichen Stellungen, dass sie vorzeitig erreicht werden konnten. Es wurde noch kein Feuer gegen die Kompanie gerichtet, als der Drahtverhau erreicht und in ihn eine Breche geschnitten war. Die Sturmtruppen stürmten weiter vorwärts dicht an die ersten Bunker und begannen die deutschen Verteidiger auszuheben. Dann wurde die Stille durch begrenzte Zusammenstöße bei einzelnen Bunkern durchbrochen. Meistens ergaben sich die feindlichen Verteidiger schnell, wenige erst nach einem harten Weg durch die Schützengräben im Freien. Das Unmögliche wurde wahr: Der Überraschungsangriff des 3. Bataillons hatte vollen Erfolg. In einer verblüffend kurzen Zeit war die Kompanie I über die steilen Felsen zum Irminer Wald gestürmt. Vom Süden her konnten sie schweren Gefechtslärm hören. Offenbar hatte das 1. Bataillon keine leichte Zeit. Als die Kompanie C auf der feindlichen Seite landete, wurde sie von einem Maschinengewehrgewitter begrüßt; nach kurzem Kommando begann ein gewagtes Unternehmen. Leutnant Chalkley trieb seine Kompanie vorwärts in die Nebelbänke am Flussufer, durch welche das Abwehrfeuer der feindlichen Maschinengewehre hin- und herkreuzte. Wegen der schlechten Sicht war es für die deutschen Besatzungen der Bunker unmöglich, die sich verstreut vorarbeitenden Schützen zu treffen. Nach sorgfältiger Beobachtung der Schießmuster bewegten sich die Truppen in einzelnen Eilangriffen zwischen den Feuerpausen vorwärts. Zunehmend begann der Feind mit dem für ihn unvermeidlichen Trommelfeuer mit Mörsern und Artillerie. Die Stoßtruppen näherten sich nach und nach den Bunkern. Es war eine langdauernde gefährliche Arbeit, aber der Angriff wurde unerbittlich fortgeführt. Als nach und nach immer mehr Bunker eingenommen wurden, dehnte sich der schmale Brückenkopf aus. ...

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Schlachtfelder
Zeit:
23.02.1945
Epoche:
20. Jahrhundert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.573258
lat: 49.633557
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Leukerland

Internet

http://www.biebelhausen.de/

Datenquelle

Ewald Meyer Übersetzung aus dem Buch: "History of the 94th Infantry Division in World War II" by Lieutenant Byrnes, Seite 281 bis 363 in Homepage der Gemeinde Irsch www.irsch-saar.de/sdoku.htm

Bildquellen

1 Bild: Google Earth

Stand

Letzte Bearbeitung: 04.12.2007

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