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Geburtsort von Maria Croon

Meurich, Gemeinde Kirf

Biografie der Heimatdichterin

Am 13.5.1891 wurde Maria Brittnacher in dem kleinen Bauerndorf Meurich, Kreis Saarburg, geboren. Das nichtehelich geborene Mädchen wuchs im Hause ihrer Großeltern mütterlicherseits auf, einem der größten bäuerlichen Betriebe des Dorfes. Über den Vater macht Maria Croon selbst keine Angaben. Vermutlich handelte es sich um einen reichen Bauern aus einem Nachbarort. Die Mutter zog nach der Geburt des Mädchens in die Industriestadt Völklingen, wo sie später einen Hüttenarbeiter heiratete. Der Tochter blieb die städtische, industrielle Atmosphäre, in der die Mutter lebte, jedoch zeitlebens fremd. So sind die Städte in den Erzählungen Maria Croons auch stets etwas Bedrohliches, etwas was den Menschen krank macht. Die Abgeschiedenheit des Bauerndorfes, in dem sie aufwuchs, erlebte sie als Idyll, gerne bezeichnete sie es als ihr Kinderparadies. Nach dem Besuch der Volksschule in Kirf wechselte sie für drei Jahre auf die Präparandie ins nahegelegene Saarburg. Ab Ostern 1908 besuchte sie das Königlich katholische Lehrerinnenseminar Saarburg, wo sie im Februar 1911 die Abschlussprüfung ablegte. Es folgten mehrere Stellen als Lehrerin an saarländischen Volksschulen, Hüttersdorf, Fraulautern, Schmelz-Außen. Nach der zweiten Prüfung erhielt sie ab Ostern 1914 eine feste Anstellung an der Volksschule in Hüttersdorf, wo sie ihrem Kollegen Nikolaus Croon wiederbegegnete. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges beschlossen die beiden, nach der Rückkehr Nikolaus Croons aus dem Krieg, zu heiraten. Kurz vor Kriegsende 1918 konnten sie diesen Plan verwirklichen und Maria Croon schied, wie es zu jener Zeit üblich war, nach ihrer Hochzeit aus dem Schuldienst aus. Trotz der Geburt dreier Kinder, Helmut (1920), Ilse (1922) und Winfried (1933), konnte sich Maria Croon von nun an verstärkt ihrer schriftstellerischen Tätigkeit widmen. Wobei sie die volle Unterstützung ihres Mannes erhielt, der ihr sogar eine Schreibmaschine kaufte. Im Zweiten Weltkrieg erlebte Maria Croon zwei Evakuierungen. Die erste vom Herbst 1939 bis Sommer 1940 führte sie zunächst nach Niedersachsen, danach nach Bilderlahe im Harz, wo ihr Mann eine Stelle als Lehrer bekam. 1942 trat Maria Croon auf Grund des kriegsbedingten Lehrermangels wieder in den Schuldienst ein. Im Winter 1944 floh die Familie, die 1933 noch Merzig gezogen war, um dort den Kindern den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen, aus der Stadt, die unter starkem Artilleriebeschuss stand, zu Verwandten aufs Land nach Hüttersdorf. Nikolaus Croon, der noch mehrmals nach Merzig zurückkehrte um Kleider u.ä. aus dem Haus zu bergen, kam bei einem solchen Gang während eines Bombenangriffs am 30.12.1944 in Merchingen ums Leben. Maria Croon flüchtete mit ihrem jüngsten Sohn weiter in ein ruhiger gelegenes Haus im Wald bei Thalexweiler, wo sie die Befreiung durch die Amerikaner erlebten. Der älteste Sohn war als Soldat der 6. Armee seit dem Fall von Stalingrad vermisst. Da Maria Croon nicht an seinen Tod glauben wollte, versuchte sie auf den unterschiedlichsten Wegen Informationen über sein Schicksal zu erhalten. Dabei fiel sie der Gestapo auf, die sie zu einem Verhör bestellte. Der zuständige Beamte meinte es gut mit ihr und half ihr die Vorwürfe gegen sie zu entkräften, ermahnte sie aber gleichzeitig zu größerer Vorsicht. Bei Kriegsende kehrte Maria Croon in ihr zum Teil zerstörtes Haus nach Merzig zurück. Obwohl sie gerne wieder aus dem Schuldienst ausgeschieden wäre, dieses wird aus dem Briefwechsel mit ihrem Sohn in russischer Kriegsgefangenschaft deutlich, musste sie aus finanziellen Gründen bis zur ihrer Pensionierung 1951 weiter als Lehrerin arbeiten. Erst danach konnte sie sich wieder ausschließlich ihrer schriftstellerischen Tätigkeit widmen. So erschienen auch die meisten ihrer Bücher erst in den 50er und 60er Jahren. 1961 zog Maria Croon nach Britten, von der Stadt zurück aufs Land, wo sie in noch größerer Abgeschiedenheit ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin nachkommen konnte. Zahlreiche Ehrungen wurden ihr zuteil. So zum Beispiel im September 1966 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, Ernennung zur Ehrenbürgerin ihres Heimatdorfes Meurich im November 1966, Verleihung des Ehrenwappens des Kreises Saarburg im Dezember 1966 und der Verdienstorden des Bistums Trier im Mai 1981. Maria Croon starb am 23.3.1983, sie wurde in ihrem Heimatdorf begraben. Nach ihrem Tode blieb sie unvergessen. 1984 wurde erstmals der Maria-Croon-Preis vergeben. Dieser saarländische Heimatpreis wird an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich um die Pflege und Förderung des Heimatgedankens im Saarland verdient gemacht haben. Am 13.5.1984 wurde in Merzig die Maria-Croon-Stube, ein Seniorentreff, eingeweiht. Sogar ein Ausflugsschiff auf der Saar wurde 1989 nach ihr benannt. Außerdem gibt es seit 1987 den Maria-Croon-Wanderweg, der nahe bei Meurich durch das Leukbachtal führt, welches in zahlreichen Erzählungen Maria Croons wiederzufinden ist. Die Autorin und ihr Werk Die erste Erzählung Maria Croons Künstlerschicksal wurde im Juli 1911 im Trierer Bistumsblatt Paulinus veröffentlicht. Und wir daheim? ihr erstes Buch erschien 1931, dem folgten bis 1990 vierzehn weitere. Der Roman Die köstliche Mühsal erhielt mehrere Neuauflagen und ist neben Die Taakbank, Heielei hett und Die Dorfstraße auch heute noch im Handel erhältlich. Maria Croon versuchte sich in den verschiedensten Gattungen. Sie schrieb Prosastücke vom 400 Seiten starken Roman, bis zur Kurzgeschichte sowie Lyrik und einige Stücke für die Laienbühne. Ihr Mundartschwank Der drejdejen Pätter entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Stücke des moselfränkischen Sprachraums. Über 20 Jahre wurde dieser 3-Akter auf zahlreichen Laienbühnen immer wieder aufgeführt und sogar in andere Mundart übertragen, so dass es auch außerhalb des oberen Saargaus zu Aufführungen kam. Die erfolgreichsten und ausdruckstärksten Gedichte verfasste Maria Croon ebenfalls in Mundart. Zu den am häufigsten publizierten und somit zu den geliebtesten Gedichten gehören Mejn Därfjen, Baueregebet äm Härscht oder Zwejn Liebesbrejwen. Die eigentliche Stärke der Heimatdichterin lag jedoch in den Erzählungen, in denen sie die bäuerliche Lebenswelt ihrer Heimat aus der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts schilderte. Es gelang ihr dabei, bäuerliches und religiöses Brauchtum des unteren Saargaus einer Chronistin gleich aufzuschreiben und dadurch zu bewahren. Dies ist mit Sicherheit ihr großer Verdienst. Zahlreiche Bräuche und Traditionen, aber auch alltägliches aus dieser Zeit schildert sie bis ins kleinste Detail. Diese wirklich lesenswerten Erzählungen sind beispielsweise in den Büchern Die Taakbank oder Heielei hett wiederzufinden. Fast alle Texte der Autorin, darunter auch viele nicht-fiktionale, wurden in Zeitungen und Zeitschriften meist christlicher Prägung veröffentlicht. Besonders in der religiösen Familienzeitschrift Nach der Schicht, wo Maria Croon von 1937 bis zur Einstellung des Erscheinens 1974 Mitarbeiterin war. Hier wurden auch zahlreiche Texte gedruckt, in denen Maria Croon sich als kritische Zeitgenossin darstellte, die die Entwicklungen der Gegenwart skeptisch beobachtete und sich nicht scheute, ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Themen zu publizieren, wobei sie weder mit Lob noch mit Tadel sparte. Deutlich wird dabei ihre feste Verankerung im Katholizismus. Ihr Glaube an Gott und ihre Treue zur katholischen Kirche waren unerschütterlich. Daher durchdringen Glaube und Moral das gesamte Werk. Alles was nicht autobiographisch ist beziehungsweise von vergangenen Zeiten erzählt, ist ermahnend, moralisierend oder hat einen erzieherischen Charakter. Besonders erwähnenswert aus dem Bereich der Korrespondenzen Maria Croons ist ihr Briefwechsel mit dem ältesten Sohn Helmut aus der Zeit zwischen Januar 1946 und Mai 1948, als Helmut sich in russischer Kriegsgefangenschaft befand. Hier lassen sich die Ängste und Hoffnungen der ersten Nachkriegsjahre und das zunehmend eisige Klima zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten deutlich herauslesen. Außerdem ist einiges zu entdecken, was die Autorin hinterher in ihren Erzählungen sowie in ihrem Roman Die köstliche Mühsal verarbeitete.

Einordnung

Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Ohne
Zeit:
1891
Epoche:
Historismus / Jugendstil

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.490845
lat: 49.561422
Lagequalität der Koordinaten: Ortslage
Flurname: Ortslage

Internet

http://erwin-brittnacher.bei.t-online.de/meurich.htm

Datenquelle

http://erwin-brittnacher.bei.t-online.de/meurich.htm

Bildquellen

1 Bild: http://www.sulb.uni-saarland.de/fachinfo/litarchiv/projekte/croon/
2 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2015.

Stand

Letzte Bearbeitung: 31.01.2015

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