Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





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Ehemaliges Torwächterhaus

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Katharinenufer 13

Sogenanntes Altes Zollhaus

Erhaltungszustand: Fassade erhalten Hausnummerierung: 1851: 410 Baumeister: unbekannt. [1] Sogenanntes Altes Zollhaus; ehemaliges Pförtnerhaus des Katharinentors; eineinhalbgeschossiger klassizistischer Walmdachbau, 1815. [2] Altes Zollhaus Eine eigene "Residenz" ist der Traum eines jeden Vereins. Kein Wunder also, daß die KG "Heuschreck" auch hiervon träumte. Und wie schön, wenn nach dem Motto "zum Wohle der Stadt" bei der Erfüllung dieses Traumes auch für Trier etwas Positives herausspringen könnte. Da gab es doch am Katharinenufer ein Haus in städtischen Besitz, das sich in einem wenig schönen Zustand präsentierte. Das alte Zollhaus, erbaut im Jahre 1820 im klassizistischen Stil, wenngleich hiervon auch im Jahre 1980 nicht mehr viel zu sehen war. Es verdankte seine Existenz einer Idee des preußischen Königs zur Steuerschöpfung. Für alle von auswärts in die Stadt Trier eingebrachten Lebensmittel und Vieh wurde eine sogenannte Mahl- und Schlachtsteuer erhoben. Auch damals war es ein beliebtes Spiel der Bürger, dem Staat die Steuern möglichst vorzuenthalten. So verwunderte es nicht, daß man vor allem zur Nachtzeit versuchte die Waren in die Stadt einzuschmuggeln. Der Staat reagierte mit dem Bau eines großen Gittertores am Moselufer, dem sogenannten "Katharinentor", benannt nach dem ehemaligen Dominikanerkloster. Zu dem Tor gehörte natürlich ein Torwächter, und der brauchte ein Domizil. Also baute man ihm das Zollhaus. Mit Errichtung des Hauptzollamtes (1829 bis 1831) verlor das Zollhaus dann seine ursprüngliche Bedeutung. 1875 wurden die Stadtmauer und das Katharinentor abgerissen, die Mahl- und Schlachtsteuer wurde aufgehoben. Im Jahr 1980 nahm der "Heuschreck"-Präsident Harnisch die ersten Kontakte zur Stadt Trier auf um zu eruieren, ob man dieses Haus nicht nutzen könne. Die Stadt war nicht abgeneigt. Da das Haus damals noch von einer sehr rüstigen Witwe im zarten Alter von 86 Jahren bewohnt wurde, die so jung noch nicht in ein Altersheim wollte, konnte man allerdings die Idee noch nicht in die Tat umsetzen. Doch im Juli 1982 wurde es dann konkret. Die KG "Heuschreck" schloß mit der Stadt Trier einen langfristigen Vertrag über die Anmietung des Anwesens "Katharinenufer 13". Gegen Zahlung der sogenannten Nebenkosten wurde der Gesellschaft das Haus kostenfrei überlassen. Diese verpflichtete sich im Gegenzug, das Haus grundlegend zu renovieren. Das war keine Kleinigkeit! 290.000 DM mußten in das Haus investiert werden. Die historische Außenfassade blieb erhalten, innen wurde es ausgekernt. Dieser Aufwand war natürlich ohne zahlreiche Spenden und ohne ehrenamtliche Mitarbeit nicht zu bewältigen. Hierbei ist besonders das unermüdliche Engagement von Helmut König, dem verantwortlichen Bauleiter für dieses ehrgeizige Projekt, zu erwähnen. Unter Leitung von Architekt Paul W. Müller in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalpflegeamt schritt der Ausbau recht zügig voran. Außen an der Moselseite wurde das Wappen des "Heuschreck", das einst das Woytt'sche Haus zierte, angebracht. Bald konnte das Richtfest gefeiert werden. Aus diesem Anlaß gab es dann auch eine besondere Freude für die KG: Ehrenminister Claus Roth, der Initiator der Baumpflanzungen, stiftete zwei Ölgemälde aus dem Jahre 1915, die Motive der KG "Heuschreck" zeigten. Eine wichtige Grundlage für das noch einzurichtende "Heuschreck-Museum". Anläßlich der Zweitausendjahrfeier der Stadt Trier war es dann endlich soweit, der Traum der "Heuschrecken" ging in Erfüllung: In einer Feierstunde wurde am 30. Juni 1984 das "Alte Zollhaus" seiner neuen Bestimmung übergeben und der Stadt Trier zum Geschenk gemacht. Ein wahrhaft würdiges Jubiläumsgeschenk". [3]

Einordnung

Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Müller, Paul W. (Architekt) Renovierung von 1982.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wehrbauten und militärische Anlagen / Stadtbefestigungen
Zeit:
1820
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.632504
lat: 49.760336
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://www.drzimmermann.info/ http://www.drzimmermann.info/

Datenquelle

[1] Michael Zimmermann: Klassizismus in Trier. Die Stadt und ihre bürgerliche Baukunst zwischen 1768 und 1848. WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1997. ISBN 3-88476-280-X [2] Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Trier. Koblenz 2010. http://www.gdke.webseiten.cc/gdke/kulturdenkmaeler-rlp/ [3] Jutta und Thomas Albrecht: Phänomen "Heuschreck". Hrsg. Lutz Scheider. Trier 1998.

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2009.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2009.
3 Bild: Jutta und Thomas Albrecht: Phänomen "Heuschreck". Hrsg. Lutz Scheider. Trier 1998.
4 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
5 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.
6 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2011.

Stand

Letzte Bearbeitung: 23.03.2011

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