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Nikolauskapelle - ehemalige Holzstatuen

Neuerburg, Gemeinde Wittlich

Beschreibung

Geschichte der Nikolauskapelle Neuerburg In unserer Gegend haben wohl Maximiner-Mönche die erste Missionstätigkeit ausgeübt. Im Freiheits- und Schutzbrief, den König Otto I. im Jahre 940 für die Abtei Sankt Maximin ausstellte ist unter anderem erwähnt BUMAGA CUM PERTINENTIIS SUIS Bombogen mit seinem Zubehör. Hierzu gehörte seit dem Anfang des 13. Jahrhunderts auch Hatzdorf, das 1143 erstmals genannt wird als Hattesdorph, das Dorf des Hatto. In seinem Visitationsbericht vom Jahre 1475 wird Hatzdorf als eine der drei Kapellen der Pfarrei Bombogen aufgezählt. Im Jahre 1512 wurde Johann von Helfenstein durch den Erzbischof Richard von Greifenklau unter anderem mit 16 Morgen Land belehnt, die zwischen Neuerburg und Hatzdorf lagen. Die letzte Erwähnung des Ortes als Filiale Hatzdorf erfolgte 1593 in einem Visitationssregister. Heute erinnert noch der Flurname Hatzdorf an die frühere Siedlung. Dann kamen gegen Ende der Regierung, des Kurfürsten Balduin 1348 für das Erzstift Trier schlimme Zeiten. Missernten, Teuerung und Hungersnot stellten sich ein und zuletzt eine furchtbare Seuche, welche durchs ganze Land ging und die man den schwarzen Flecken, mit denen sie ihre Opfer zeichnete, den "Schwarzen Tod" nannte. Es war die Pest. Besonders an der Mittelmosel erlagen dieser furchtbaren Krankheit fast die Hälfte der Menschen. Auch unsere Heimat blieb nicht verschont. Nach der Volksüberlieferung waren alle Bewohner von Hatzdorf nach und nach gestorben oder von Elend umgekommen. Auch diejenigen, die vor Angst in den Wälder geflüchtet waren, blieben von der Pest nicht verschont. Nur ein Mann war noch übrig geblieben. Er machte ein Gelübde und versprach dem lieben Gott, alle Toten zu begraben welche noch umherlagen, wenn er ihn am Leben lasse. Der Mann blieb am Leben und erfüllte sein Gelübde. Er wollte aber nicht mehr in dem ausgestorbenen Dorf wohnen und baute sich im Schutze der Neuerburg ein Haus. Er wurde so der Gründer des Dorfes Neuerburg, denn nach einiger Zeit wurden noch andere Häuser hinzugebaut und so entstand der älteste Teil des Dorfes, das Oberdorf, heute Buchenstraße. Unterhalb der Kapelle werden auf den frisch gepflügten Feldern auch heute noch gut erhaltene Keramikscherben gefunden, die vom Landeshauptarchiv in Koblenz ins 14. Jahrhundert datiert werden. Chronist Lehrer Hebler schrieb noch im Jahre 1910: Viel Mauerwerk hat man im Laufe der Zeit zu Tage gefördert. Gebeine und Sargteile durch den Pflug freigelegt und Münzen gefunden. Die ganze charakteristische Bodengestaltung gibt die Lage und ungefähre Ausdehnung des Dorfes Hatzdorf an, wie auch der sogenannte Kesselgraben auf einem Wallgraben beziehungsweise eine Befestigung hinweist. Ein letztes Mal findet sich "Nikolauskirch" 1788 noch auf einer Landkarte als Dorf eingezeichnet. Eine Kapelle "Borgh" wurde erstmals 1569 erwähnt. Der Patron war der heilige Nikolaus. Es kann hiermit nur die Kapelle des Dorfes Hatzdorf gemeint sein, die im Visitationsprotokoll vom Jahre 1610 wie folgt beschrieben wird. "Die Kapelle des heiligen Nikolaus, ¼ Stunde von Neuerburg, am Berge gelegen, ist uralt, vor etwa 400 Jahren erbaut; sie hat einen consecrieten Altar, der bis jetzt unversehrt geblieben ist, einmal im Jahr findet ein Gottesdienst statt. Das Gebäude ist baufällig und von den Franzosen im Inneren vollständig verwüstet." Zum Gedenken an diese frühere Nikolauskirche [...] die jetzige Kapelle, die ebenfalls dem heiligen Nikolaus geweiht wurde. Den Eingang krönte lange Zeit eine etwa 80 cm hohe Holzfigur des Heiligen, die wohl noch aus der Hatzdorfer Kirche stammte. Die neue Holzfigur, welche sich heute über dem Eingang im Giebel der Kapelle befindet wurde nach der stark verwitterten alten Figur im Jahre 1967 nachgebildet. Vier alte Holzstatuen des heiligen Sebastian des heiligen Matthias, der heiligen Katharina und der Muttergottes mit dem Kinde, ebenfalls aus der alten Nikolauskirche, waren in den Seitenwänden eingelassen. Heute befinden sich diese wertvollen Figuren in der Kirche zu Neuerburg. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.941777
lat: 50.00662
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An Nikolaus

Internet

Stadt Wittlich http://www.wittlich.de/

Datenquelle

[1] Chronist Lehrer Hebler

Bildquellen

1 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2013.
2 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2013.
3 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2013.
4 Bild: © Helmut Bauer, Trier, 2013.

Stand

Letzte Bearbeitung: 14.07.2013

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