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Köwericher Wacken

Köwerich, Gemeinde Köwerich

Beschreibung

Wie im Zusammenhang mit den Geschichten rund um den Trittenheimer Hinkelstein Eselstratt erwähnt, liegt in Ufernähe bei Köwerich an der rechten Moselseite ein gewaltiger Felsbrocken aus Quarzit in der Mosel. Hier soll der Legende nach der Esel mit der Jungfrau unversehrt gelandet sein. Eine runde Vertiefung, die einen Eselshuf abbildet, soll dort deutlich zu erkennen sein. Leider ist von dem Köwericher Wacken heute nichts mehr zu sehen. Bei der Moselkanalisation (1956-1964) ist der Uferbereich sehr stark verändert worden. Durch Ausbaggerungsarbeiten ist der Felsbrocken vielleicht auch verrutscht. Außerdem hat sich der Pegelstand der Mosel geändert. Der Stein soll auf jeden Fall noch in der Mosel liegen. Laut Aussage von Frau Rosa Jakoby aus Köwerich befindet er sich genau auf der Höhe des Köwericher Friedhofes etwa 8 Meter vom Ufer entfernt im Fluss. Der Wacken war bei der Kanalisation durch keinen Bagger zu entfernen. Er liegt dort wie ein gewaltiges Monster- meint sie. Außerdem ist sich Frau Jakoby sicher, dass bei Absenkung des Wasserspiegels der Stein wieder zum Vorschein kommt. Früher konnte man bei jedem Niedrigwasser den Wacken zu Fuß erreichen und bei Normalpegel an heißen Sommertagen zum Wacken schwimmen. Zwei Köwericher Bürgerinnen erinnern sich. dass der Stein auf jeden Fall noch um 1975 vorhanden war, denn in diesem Jahr hat der Südwestfunk eine Heimatsendung über den Eselstratt gedreht. Diese beiden Damen erzählten mir auch, dass die todesmutige Jungfrau, die sich in der Legende in die Tiefe stürzte, eine Prinzessin gewesen sein soll. An den im Stein vorhandenen Hufabdruck des Esels können sie sich noch gut erinnern. Das kreisrunde Loch konnte man ganz deutlich sehen, versicherten sie mir. Seit Ende der siebziger Jahre ist allerdings immer wieder an der Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne für die Schifffahrt gearbeitet worden und niemand hat den Stein mehr gesehen. Das [erste] Foto zeigt zwei junge Köwericher Männer beim Niedrigwasser der Mosel im Sommer 1959. Sie sitzen auf dem Köwericher Wacken. An Hand der Aufnahme kann man die gewaltigen Ausmaße des Steinbrockens erahnen. Im Hintergrund sieht man die Pfosten der Mittelmoselstraße, heute Bundesstraße 53. Diese Straße wurde als Uferstraße erst 1933 gebaut. Die abgebildeten Weinberge gehören zur Weinlage Köwericher Laurentiuslay. Die Mosel, die zwischen Wacken und Straße fließt, ist auf diesem Foto nicht zu sehen. Auf [dem zweiten] Foto sieht man die Mittelmoselstraße zwischen Klüsserath und Trittenheim kurz nach der Einweihung 1933. Besonders fallen die markanten weißgestrichenen Pfosten auf, die durch aufliegende Eisenstangen miteinander verbunden waren. Erst sehr viel später wurden diese durch Leitplanken ersetzt. Links der Straße die Steillagen der Köwericher Laurentiuslav und rechts das von Büschen gesäumte Köwericher Moselufer. Vom Ort selbst ist nichts zu sehen. Bei genauerem Hinschauen bemerkt man rechts auf dem Foto in Ufernähe etwas, was im Wasser liegt. Vielleicht handelt es sich hier um die Spitze des Köwericher Wackens. Nach der Lagebeschreibung könnte es die richtige Stelle sein. In der Bildmitte hinter der Flussbiegung liegt der Moselort Leiwen. Im Heimatbuch Bei uns daheim im Moseldorf` von Rosa Jakoby (2004) ist auf Seite 66 folgendes über den Köwericher Wacken zu lesen: Der decke Wacken - ein mächtiger Stein in der Mosel - stand in unserer Kinderzeit immer in Zusammenhang mit dem Eselstratt auf der Bergspitze, gleich hinter dem halbhohen Gestrüpp von Haseln, Eichen und Schlehen. Wir hatten einen Weinberg ziemlich hoch im Berg, im Distrikt Hinter der Unterley. Von dort brauchte man nur noch etwa 100 Meter den Berg hochzukrabbeln und schon sah man den Eselstratt fast flach in der Erde liegen in einem Feld einige Meter hinter dem Gestrüpp. Ab und zu, ich würde sagen, einmal im Jahr, durften wir Kinder von der Weinbergsarbeit aus den steilen Berghang erklimmen. um den Eselstratt zu sehen. Unsere Eltern erzählten uns dann die Legende, woher der Stein seinen Namen hat. Eine christliche Jungfrau war mit einem Reittier -einem Esel- auf der Flucht vor einem heidnischen Ritter. Durch einen großen Sprung ins Tal rettete der Esel die Jungfrau vor dem Ritter. Der Hufabdruck des Esels ist heute noch zu sehen, ebenso ein Hufabdruck im Felsgestein des dicken Wackens in der Mosel gegenüber von Köwerich, wo der Esel gelandet sein soll. So war es jedenfalls in unserer Kinderzeit, als der dicke Wacken etwa 10 Meter vom Ufer entfernt in der Mosel lug und bei Niedrigwasser sozusagen trockenen Fußes zu erreichen war. Wenn die Mosel sehr klein war. Zum Beispiel im Jahr 1947 kam auch noch der kleine Wacken zum Vorschein. Ein beliebtes Ziel war der dicke Wacken im Sommer für die Jungen und jungen Männer, auch für einige junge Mädchen, wenn sie von Köwerich aus die Mosel durchschwommen hatten. Bei der Moselkanalisierung 1964 wurde das Moselufer insofern verändert, dass die Mosel zwischen Wacken und Ufer mit Erde zugeschüttet wurde, so dass der Wacken nicht mehr auffällig zu sehen ist. Nur im Winter und bei Niedrigwasser kann man den Köwericher Wacken noch von der rechten Moselseite aus, in Höhe unseres Friedhofes, erkennen. Er ist heute eingerahmt von zwei hohen Pappeln. [1] > Der Flurname auf der gegenüberliegenden Moselseite lautet: Gegen den Wacken. (Redaktion)

Einordnung

Kategorie:
Naturobjekte / Felsen / Ohne
Zeit:
Undatiert
Epoche:
Undatiert

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.87605
lat: 49.840027
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: [Mosel]

Internet

http://www.koewerich.de/

Datenquelle

[1] Marlene Bollig, Trittenheim, 2005. www.trittenheim.de/marlenebollig und Rosa Jakoby, Köwerich

Bildquellen

1 Bild: © Marlene Bollig, Trittenheim, 2003. www.trittenheim.de/marlenebollig
2 Bild: © Marlene Bollig, Trittenheim, 2003. www.trittenheim.de/marlenebollig

Stand

Letzte Bearbeitung: 10.01.2005

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