Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0















zum Vergrößern auf das Bild klicken

Steffeskreuz

Fisch, Gemeinde Fisch

Beschreibung

Nischenkreuz inmitten des Waldes am Firstweg. Massiger, an den Ecken abgefaster pfeilerartiger Schaft auf quadratischem Setzstein. Der Schaft ist mit verschiedenen, auch neuen Einritzungen versehen. [...] Das spätgotische, wohl um 1500 geschaffene Flurdenkmal gehört mit dem von Tawern zu den ältesten des Landkreises. Rätselhaft ist der Standort und die Verehrung des Nischenkreuzes. Bei dem über den Höhenrücken geführten Weg soll es sich um eine römische Nebenstraße handeln, wofür römische Funde sprechen. Jünger ist die Bedeutung als Wallfahrtsziel im Monat Mai. [1] Das Steffeskreuz steht an einem Höhenweg, dem sogenannten Firstweg, der sich in nord-südlicher Richtung über den Bergrücken östlich des Dorfes hinzieht. Es ist ein alter Weg, der schon zur Römerzeit bekannt war, denn man hat in seinem Verlauf Funde, die auf steinzeitliche und auch römische Besiedlung schließen lassen, gemacht. Er verläuft in ziemlich gerader Richtung, ein Merkmal, das Römerstraßen charakterisiert und als Nebenstraße zwischen Tawern und Kastel gedient haben wird. Das Kreuz steht unmittelbar an einer Waldwegkreuzung. Schon dieser Standort an einer alten Straße lässt auf ein altes Wegkreuz schließen und die Vermutung bestätigt sich, wenn wir dieses Kreuzes ansichtig werden. Obwohl das Nischenkreuz aus hellem Sandstein gefertigt ist, erscheint es dem Betrachter fast schwarz. Staub und Verwitterung haben ihm diese Farbe gegeben. Es ist keine Jahreszahl eingehauen, aber außer den Verwitterungsspuren sind die beiden Übergangsspitzen am unteren Schaftende ein untrügliches Zeichen seines hohen Alters. Solche Kreuze mit diesen Übergangsspitzen kommen im Kreise Bitburg-Prüm in größerer Zahl vor - sie stammen alle aus der Zeit zwischen 1500 und 1600. Das spätgotische, wohl um 1500 geschaffene Flurdenkmal gehört mit dem von Tawern zu den ältesten des Landkreises Trier-Saarburg. Das Kreuz besteht aus einem massigen, an den Ecken abgefasten pfeilerartigen Schaft auf quadratischem Setzstein. Wie alle Teile ist auch der Nischenaufsatz kantig; die Nische öffnet sich in einem Kielbogen, vom Abschlusskreuz ist nur der Ansatz erhalten. Möglicherweise war hierauf das Errichtungsjahr eingehauen. Die Nische selbst schaut hin zur Wegkreuzung. Der Schaft ist achtkantig behauen und wächst durch die Übergangsspitzen von der Vierkant zur Achtklant hinauf. Das Kreuz ist ohne Inschrift und Zierwerk, lediglich auf der rechten Schaftseite ist ein eigenartiges Zeichen eingehauen - ein kleiner Kreis mit einem nach oben gerichteten Pfeil. Seinen heutigen Namen soll es von einem Förster Stephan, vom nahe liegenden Rehlingerhof haben, der hier aus nicht erwiderter Liebe zu einem Mädchen, dieses um das Jahr 1700 erschossen hat. Fortan irrte er mit seinen zwei Dackeln im Firstwald herum, wo er von Bürgern aus Fisch auf ihrem Fußweg nach und von Saarburg des Öfteren angetroffen wurde. In der Bevölkerung wurde das Kreuz ehemals als Hexenkreuz angesehen, und vor Jahrzehnten wallfahrtete man am 1. Mai, dem Tag nach der Hexennacht, dorthin. 1930 wurde der Brauch, der viele Jahre vergessen war, von dem damaligen Pastor von Mannebach wieder eingeführt, der mit Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg bis in die 60iger Jahre noch gepflegt wurde. Das Steffeskreuz liegt nicht auf der Gemarkung Mannebach sondern auf der Gemarkung Fisch. Für Mannebach hatte es jedoch immer eine besondere Bedeutung, wegen der lange Jahre durchgeführten Wallfahrten zu den 3 Firstkreuzen im Monat Mai, wobei das Steffeskreuz der Schlusspunkt der Wallfahrt war. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
Um 1500
Epoche:
Gotik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.514557
lat: 49.619122
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: An der Walkkaul

Internet

http://www.gemeinde-fisch.de

Datenquelle

[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.1 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms 1994. [2] Wegekreuze, Kreuzwege in Mannebach und Kümmern. Hrsg: Heimat- & Kulturverein Mannebach - Kümmern. Verfasser: Werner Weber, Mannebach; 2008.

Bildquellen

1 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2014.
2 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2014.
3 Bild: © Norbert Kutscher, Waldweiler, 2014.
4 Bild: © Meyer, Georg Jakob; Trier [27.02.1895-14.05.1974]
5 Bild: © Werner Weber, Mannebach, 2008.

Stand

Letzte Bearbeitung: 28.09.2014

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit