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Kurie Warsberg

Mitte-Gartenfeld, Gemeinde Trier
Dominikanerstraße 7

Beschreibung

Unweit der Domimmunität in einem Bering an der Ecke Prediger- / Dominikanerstraße gelegenes, aus zwei Häusern zusammengewachsenes Wohnhaus, das vermutlich schon immer von der Domgeistlichkeit genutzt wurde. Wahrscheinlich mit der 1278 erwähnten Kurie des Dekans Robert von Warsberg identisch, die 1380 zur "domus capitularis" erklärt wurde. Der Trierer Archidiakon Otto von Breitbach († 1523) ist nach einem auf der Gartenseite des Hauses eingelassenen Relief mit dem Ehewappen seiner Eltern (von Breitbach - von Waldeck genannt Saneck) ebenfalls als Bewohner anzunehmen. Das größere, langgestreckte und zweigeschossige Haus reicht in das Mittelalter zurück. Ungeachtet eines in die Romanik verweisenden (wiederverwendeten?) Rundbogenfensters im Obergeschoß der Gartenfront spricht insbesondere der aus dem heutigen Erscheinungsbild zu rekonstruierende Wohnhaustyp für eine Bauzeit in der Gotik: Offenbar bildete der für das Straßenbild markante Bau -mit einem auffallend steilen und straßenseitig abgewalmtem Dach versehen - früher zur Predigerstraße einen Spitzgiebel aus. Dort Rest eines Außenkamins. Der Bau gibt sich trotz seiner Veränderungen als eines der letzten Beispiele des gotischen Bürgerhauses trierischer Prägung im Domviertel zu erkennen. Außer dem markanten Außenkamin sind auch blendmaßwerkverzierte Fensterstürze insbesondere am Standerker auf der Gartenseite zu erwähnen. [...] Zur Ausstattung des Anwesens gehört eine bemalte Holzdecke in einem Obergeschoßzimmer, 1480 bezeichnet und wappendekoriert, stammt sie doch aus dem 20. Jahrhundert. Das auf der nördlichen Schmalseite anschließende, zweiachsige und niedrigere Satteldachhaus - von außen wegen der hohen umgeführten Umfassungsmauer kaum zu sehen - gibt sich durch seinen bezeichnenderweise ebenfalls erst über dem Erdgeschoss ansetzenden Außenkamin auf der nördlichen Giebelseite ähnlich wie der Nachbarbau als gotisches Wohnhaus zu erkennen. Unterschiedliche Fensterformen lassen sowohl das hohe Alter als auch zahlreiche spätere Umbauten erkennen: So datiert ein rundbogiges (wiederverwendetes?) Plattenfenster im unteren Bereich der südlichen Außenwand in romanische Zeit; zwei kleine gotische Fenster sind in der Nordwand eingelassen. Wiederum jünger ist ein in der Westwand in Sekundärverwendung eingesetztes, dreiteiliges Stockfenster: dieser, vom Übergang der Spätgotik zur Renaissance bekannte Typus ist in der Art den Fenstern im benachbarten Wohnhaus sehr ähnlich. Die jüngsten Fensterformen schließlich bilden für die Zeit um 1900 charakteristische, abgefaste Rechteckgewände im Obergeschoß aus. Damals wurden auch im Innern Reste mittelalterlicher Wandmalereien freigelegt. Im Unterschied zum größeren, ursprünglich wohl nicht unterkellerten Nachbarhaus wurde der kleine Satteldachbau über einem Einraumkeller errichtet, der über eine mächtige, von einem hofseitigen Anbau mit Schweifhaube überbaute Treppe zu erreichen ist. [1]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Kurien
Zeit:
1278 (Erwähnung)
Epoche:
Gotik

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.645692
lat: 49.7553
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquelle

[1] Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 17.1 Stadt Trier - Altstadt. Wernersche Verlagsgesellschaft mbH, Worms. ISBN 3-88462-171-8 (1. Auflage 2001). [2] Schematische Karte der Domimmunttät um 1800 mit Kurien und der romanischen Dommauer. In: Heinz, Tacke, Weiner: Trier 1512-Heiliger Rock 2010, Imhof-Kulturgeschichte, Petersberg 2011. ISBN 978-3-86568-2

Bildquellen

1 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2005.
2 Bild: © Peter Valerius, Kordel, 2005.

Stand

Letzte Bearbeitung: 11.07.2011

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