Ein Himmel voller Unterröcke

Ausstellung der Textilabteilung für die Saison 2001
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Im Volkskundemuseum nimmt die Textilabteilung eine nicht unwichtige Aufgabe wahr: die Darstellung der Kleidung im Lauf ihrer Geschichte. Angefangen bei der Beschaffung der Rohstoffe Flachs und Wolle zeigt sie die Verarbeitung der Fasern im Haushandwerk. Darüberhinaus sammelt und magaziniert die Textilabteilung seit fünfzehn Jahren Wäsche und Kleidung, die als Geschenk oder Kauf im Museum ankommen. Eine jährlich wechselnde thematische Ausstellung versteht sich als "Zwischenbericht" dieser Sammlertätigkeit. In großen Schauvitrinen gibt sie damit ausschnitthaft eine Retrospektive der Textilien einer Zeit.

Im Jahr 2001 sind es "...ein Himmel voller Unterröcke": weibliche Dessous mit besonderen Funktionen. Die Unterröcke waren nicht nur schützend und wärmend, sondern auch ein von der jeweiligen Mode abhängiges "Muß". Wesentliche Aufgaben hatten dabei die "Stützen" zu übernehmen, indem sie halfen, den Frauenkörper zu der erwünschten Silhouette zu modellieren. Daß sie dabei oft ins Kreuzfeuer der Moralisten gerieten, erhöhte noch ihren Reiz.

Um eine noch größere Weite des Kleidrockes zu erzielen, erfand man 1842 in Paris die "Krinoline", ein mit Roßhaar (französisch "crin") verstärkter und deswegen weit abstehender Unterrock. Einem Engländer gelang 1856 die Erfindung der Stahlreifen-Krinoline. 1868-75 und ein zweites Mal 1882-88 erstand der "Cul de Paris" des 17. Jahrhunderts erneut, nannte sich aber jetzt "Tournüre". Es ging um die Betonung des weiblichen Gesäßes. Dazu wurde ein halbkreisförmiges Gestell aus Stahl oder Fischbeinstäbchen oder ein Roßhaarpolster ("pad") über das Gesäß gelegt und mit Bändern um die Taille festgebunden. Darüber wurde der Rock des Oberkleides bauschig zusammengerafft. Vorne wurde das Oberkleid eng gehalten und die gesamte Weite nach hinten geführt. Eine dezentere Variante war ein "Kleidaufsatz", der tournürenartig einem ansonsten engen Oberkleid hinten angehängt wurde. Er war besonders bei den Frauen des Mittelstandes sehr beliebt.



Annual exhibition of the textile departement 2001:
"Underskirts: underwear with many functions"


The Roscheider Hof's textile department aims at documenting the history of clothing and all aspects of textile production. This includes the production of the raw materials, namely flax and wool, and the many stages in which the fibres are gained and turned into garments.

Each year parts of the department's continually growing collection are presented in a special exhibition that deals each time with a different topic. This year the exhibition is dedicated to a very special item of female clothing: the underskirt. It is of particular interest because its function comprised much more than just the provision of warmth and comfort. Especially in the 19th century it was an indispensable part of women's attire which was needed to shape the wearer's silhouette according to the fashion of the day.

 


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