Ausstellung "Feder, Tinte, Tobak und Papier"
04. 04. - 30. 06. 2004
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Ansprache des Museumsleiters D. Haas anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am 4.4.2004

Die Worte, mit denen wir diese Auftakt-Ausstellung zum Beginn unsere diesjährigen Museumssaison benannt haben, stammen von dem großen Maler, Humoristen und Philosophen Wilhelm Busch. Er beginnt mit diesen Worten seine "Bilder zur Jobsiade", die Schilderung eines Bürgersohnes, der auf die schiefe Bahn gerät, nicht ohne im Laufe seiner betrüblichen Karriere seinem braven Vater durch verlogene Bettelbriefe Kummer zu bereiten. Es erscheint mir fraglich, ob ewige Studenten auch heute noch ihren Eltern per handgeschriebenen Brief auf die Nerven gehen eher schicken sie wohl ein Fax.

Wir leben in einer Zeit eines rasch sich vollziehenden Umbruchs: Ich habe in der Schule noch die von dem Berliner Graphiker Ludwig Sütterlin geschaffene Schreibschrift geübt, die 1935 als deutsche Normalschrift verbindlich eingeführt wurde, die aber -_Jüngere gar nicht mehr zu entziffern vermögen. Sie wurde dann 1941 durch die deutsche Normalschrift, die lateinische Schreibschrift, ersetzt, die auch heute noch im Gebrauch ist.

Wir haben sie von den Römern übernommen. Jahrhunderte hindurch wurde sie von fleißigen Männern in den Scriptorien der Klöster mit dem Federkiel auf das damals gebräuchliche Pergament geschrieben. Aus dieser Zeit sind uns wunderbare Beispiele der Schreibkunst erhalten geblieben. Als Beispiel mag der Abdruck einer Seite aus einer Bibelhandschrift aus den Jahren 1477/78 dienen, also aus der Zeit, als der Buchdruck gerade seinen Siegeszug begann (die Bibel des Federico da Montefeltro - Bibliotheca Apostolica Vaticana).

Heute tritt das Handschriftliche mehr und mehr in den Hintergrund, Fax, E-mail, SMS sind jetzt modern, geschrieben wird auf dem Computer oder sogar schon mit dem Handy. Der guten alten Schreibmaschine hat auch schon das letzte Stündlein geschlagen.

Im Laufe der Jahre haben der Gänsekiel als Schreibfeder, die Stahlfeder und selbst der Füller, ausgedient. Modern ist allein noch der Kugelschreiber.

Dieser sich rasch vollziehende Wandel war für uns der Anlaß für eine kleine Retrospektive. Anstelle der auf diesem Gebiet nicht allzu üppigen Museumsbestände konnten wir erfreulicherweise auf die hier ausgestellte Sammlung von Frau Irmgard Zimmer zurückgreifen, die nun hier zu sehen ist, gestaltet durch ihren Mann, Herrn Markus Zimmer-Berberich, die ich beide hier begrüßen kann, und die beide anschließend auch zu sachkundigen Auskünften zur Verfügung stehen.

Als würdige Vetreterin von Herrn Bürgermeister Manns, der ein paar Urlaubstage macht, darf ich ganz herzlich Frau Beigeordnete Christel Zender begrüßen. Ich freue mich aber ebenso über Ihrer aller Kommen, was bei dem herrschenden Wetter schon von einigem Enthusiasmus für unser Museum zeugt und Lob verdient. Gern laden wir Sie anschließend zu einem Glase Wein ein!

Auf der Video-Seite finden Sie eine Dokumetation der Ausstellung und der Ausstellungseröffnung.







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