Einführung in die Ausstellung

Unsere Dorfwirtschaft vor 1950

Freilicht- und Volkskudemuseum Roscheider Hof  Konz  



Ein Rückblick auf die Veränderungen, denen die dörflichen Wirtschaften in den letzten 100 Jahren unterworfen waren, ist ein Blick in die ländliche Kulturgeschichte schlechthin. Wie alle Bereiche des ländlichen Lebens, so veränderten auch die Gastwirtschaften ihren Charakter in mehreren Schüben. Hierbei spielten technische Fortschritte ebenso eine Rolle wie die beiden Weltkriege, der in den 30er Jahren aufkommende Tourismus ebenso wie die Wirtschaftswunderzeiten der 60er Jahre. Am ehesten fallen die Veränderungen in dieser Zeitspanne auf, wenn man die ältesten Bilder von Dorfwirtschaften des späten 19. Jahrhunderts mit heutigen ländlichen Gaststätten vergleicht.

Auf den ältesten Darstellungen des 19. Jahrhunderts sind noch Bauernhäuser mit Misthaufen abgebildet, denen man auf den ersten Blick nicht ansieht, dass die Wohnstuben zu Schankräumen umgewandelt wurden. Heute unterscheidet sich eine Wirtschaft auf dem Land nicht wesentlich von einer städtischen Gaststätte. Sieht man auf den seltenen alten Innenaufnahmen noch vielfach Getränke wie Viez, Wein oder selbstgebrannten Schnaps auf den Tischen stehen, so finden sich heute allenthalben die Produkte der wenigen noch übriggebliebenen Grossbrauereien. Wurden früher die Getränke mit Eisblöcken gekühlt, die im Winter auf zugefrorenen Seen gewonnen und in kühlen Kellern eingelagert wurden, so sind heute überall moderne Kühltheken vorhanden. Darüberhinaus zeigt jedes einzelne Foto eine Fülle von Einzelheiten, die entdeckt werden wollen, und dem Betrachter erst beim genauen Hinsehen auffallen.

So lässt sich anhand der Entwicklung der Dorfwirtschaften ein Ausschnitt eines kulturellen Wandels feststellen, den die Dörfer insgesamt durchgemacht haben. Wie sich die Dorfwirtschaften in diesen hundert Jahren verändert haben, so hat sich das Leben auf dem Dorf generell gewandelt... von Dorfwirtschaften des späten 19. Jahrhunderts mit heutigen ländlichen Gaststäten


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Letzter Update: 05. 04. 1998 - Helge Rieder