|
Ein Rückblick auf die Veränderungen,
denen die dörflichen Wirtschaften in den letzten 100 Jahren unterworfen waren,
ist ein Blick in die ländliche Kulturgeschichte schlechthin.
Wie alle Bereiche
des ländlichen Lebens, so veränderten auch die Gastwirtschaften ihren Charakter in mehreren Schüben. Hierbei spielten technische Fortschritte ebenso eine Rolle wie die beiden Weltkriege, der in den 30er Jahren aufkommende Tourismus ebenso wie die Wirtschaftswunderzeiten der 60er Jahre. Am ehesten fallen die Veränderungen in dieser Zeitspanne auf, wenn man die ältesten Bilder von Dorfwirtschaften des späten 19. Jahrhunderts mit heutigen ländlichen Gaststätten vergleicht.
Auf den ältesten Darstellungen des 19. Jahrhunderts
sind noch Bauernhäuser mit Misthaufen abgebildet, denen man auf den ersten Blick nicht ansieht, dass die Wohnstuben zu Schankräumen
umgewandelt wurden. Heute unterscheidet sich eine Wirtschaft auf dem Land nicht wesentlich von einer städtischen Gaststätte. Sieht man auf den seltenen alten Innenaufnahmen noch vielfach Getränke wie Viez, Wein oder selbstgebrannten Schnaps auf den Tischen stehen, so finden sich heute allenthalben die Produkte der wenigen noch übriggebliebenen Grossbrauereien. Wurden früher die Getränke mit Eisblöcken gekühlt, die im Winter auf zugefrorenen Seen gewonnen und in kühlen Kellern eingelagert wurden, so sind heute überall moderne Kühltheken vorhanden. Darüberhinaus zeigt jedes einzelne Foto eine Fülle von Einzelheiten, die entdeckt werden wollen, und dem Betrachter erst beim genauen Hinsehen auffallen.
So lässt sich anhand der Entwicklung der Dorfwirtschaften ein Ausschnitt eines kulturellen Wandels
feststellen, den die Dörfer insgesamt durchgemacht haben. Wie sich die Dorfwirtschaften in diesen hundert Jahren verändert haben, so hat sich das Leben auf dem Dorf generell gewandelt...
von Dorfwirtschaften des späten 19. Jahrhunderts mit heutigen ländlichen Gaststäten
Die virtuelle Ausstellung wird durch einen Mauslick auf den nachfolgenden Wegweiser "zur Ausstellung" gestartet. Minimale Bildschirmauflösung für die Ausstellung ist 600x800 Pixel.
Zurück zur
Roscheider-Hof-Homepage
Letzter Update: 05. 04. 1998 - Helge Rieder
|