Takenplatten
Gegenstände aus Eisenguss sind eine der Sammlungsschwerpunkte des Museums. Gesammelt wurden an größeren Gegenständen vor allem Küchenherde, Heizöfen sowie Taken-, Kamin- und Ofenplatten.

Die meisten Exponate wurden von der lokalen Eisenindustrie, insbesondere den Hütten in Trier-Quindt, Weilerbach, Einschmitt und im Saarland gefertigt. Andere stammen aus dem heutigen Schleswig-Holstein, Dänemark oder dem Französischen Jura.

Taken-, Ofen- und Kaminplatten

Im ehemaligen Pferdestall des Roscheider Hofes befindet sich die Ausstellung mit gusseisernen Öfen sowie Taken- Kamin- und Ofenplatten. Takenplatten sind gusseiserne Platten, die früher in Bauernhäusern in eine Aussparung der Feuerwand zwischen Küche und Stube eingemauert wurde. Sie nahm die Hitze des Feuers auf und gab sie zur Stube hin wieder ab. Die ältesten bekannten Platten stammen aus dem späten 15. Jahrhundert – einer Zeit, aus der sich ansonsten aus dem ländlichen Kulturkreis in dieser Region nahezu nichts erhalten hat. Rekonstruierte Takenanlagen finden sich im Museum nahe der Türe von der Takenplattenausstellung im Hauptgebäude zum Rosengarten, im Haus Stein (Baugruppe "An der Güterhalle") und im Büro des Restaurants.




Kaminplatten wurden in offenen Kaminen hinten angebracht um die Wärme zu reflektieren. Wenn sie rechteckig sind gibt es keinen Unterschied zu Takenplatten. Da im Gegensatz zu jenen die Schauseite auf der Seite des Feuers zeigen sie deutlich mehr Erosionsspuren als die meist sehr gut erhaltenen Takenplatten. Ofenplatten ähneln in Form und Herstellung den Takenplatten, die Seitenplatten verfügen an den Rändern jedoch über Lappen, die es ermöglichten, die zu einem Fünf-Platten-Ofen zusammengesetzten Platten mit der Rückseite in die Wand einzumauern.

Ofenplatten ähneln in Form und Herstellung den Takenplatten, die Seitenplatten verfügen an den Rändern jedoch über Lappen, die es ermöglichten, die zu einem Fünf-Platten-Ofen zusammengesetzten Platten mit der rückseite in die Wand einzumauern. Sowohl Taken- als auch Ofenplatten haben in der Regel bildliche Darstellungenund zeigen bis zur Französischen Revolution meist biblische oder heraldische Motive, danach auch mythologische oder allegorische Darstellungen. Die weite Verbreitung von biblischen Motiven in bäuerlichen Anwesen legt nahe, dass die Takenplatten dort auch als Bilderbibel dienten, die die meist des Lesens und Schreibens nicht kundigen Menschen mit biblischen Geschichten "erwärmten".




Das Phänomen der Takenheizung ist auf einen eng begrenzten geografischen Rahmen beschränkt. Takenplatten wurden nur in Eisenhütten Ost-Belgiens, Lothringens, Luxemburgs, der Eifel, des Hunsrücks und des heutigen Saarlandes hergestellt. Die ältesten bekannten Platten stammen aus dem späten 15. Jahrhundert – einer Zeit, aus der sich ansonsten aus dem ländlichen Kulturkreis nichts erhalten hat.

In der Ausstellung werden Platten verschiedener Gießereien gezeigt. Einen Schwerpunkt bildet dabei die heute verschwundene Hütte in Quint (heute ein Ortsteil von Trier) und die noch in Ruinen erhaltene Hütte von Weilerbach (heute ein Ortsteil von Bollendorf an der Sauer). Die Ausstellung erläutert an vielen Beispielen die Ikonographie der Platten für katholische, evangelische und jüdische Haushalte und erklärt deren Herstellung. Weitere Takenplatten hängen im Museumsrestaurant. Rekonstruierte Takenanlagen finden sich im Museum nahe der Türe von der Takenplattenausstellung im Hauptgebäude zum Rosengarten, im Haus Stein (Baugruppe "An der Güterhalle") und im Büro des Restaurants.

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Gusseiserne Öfen

Die Ofensammlung reicht von oft aufwändig verzierten Kanonenöfen der Gründerzeit bis zu innen mit Schamotte verkleideten oft bunten Dauerbrand-Regulieröfen – der in letzten Ofengeneration vor deren Verdrängung durch Zentralheizungen. Erstaunlich ist die große Vielfalt an Ofentypen, gerade aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von der Technik her unterscheidet man Öfen mit und ohne Rost in der Brennkammer. Erstere waren nur zur Verfeuerung von Holz geeignet. Letztere hatten genug "Zug" um darin auch die als Brennmaterial immer wichtigere Kohle zu verfeuern. Dauerbrand-Öfen konnte man fast endlos lange betreiben indem man oben das Brenngut nachfüllte und unten in der Ascheschublade die nicht brennbaren Rückstände entsorgte.

Von der Konstruktion her sind Säulenöfen - von einfachen Kanonenöfen bis zu mit Verzierungen überwucherten Exemplaren - Zirkulieröfen und Füllregulieröfen zu unterscheiden. Seltenere Exemplare sind Leuchtöfen, die das Licht aus der Brennkammer in den Raum strahlen, Mantelöfen mit einem Schutzgitter um den Rundofen herum, Räucheröfen, Dörröfen, und ganz moderne mit Gas zu betreibende Öfen. Einige Öfen shaben die Form eines offenen Kamins, andere dienen als Einsatz in einen solchen um diesen wirtschaftlicher betreiben zu können.



Ein ganz besonderes Exponat ist ein von der Carlshütte aus Büdelsdorf bei Rensburg in großer Zahl gefertigter Werkstattofen, der - möglicherweise als einziges Exemplar seines Typs - die letzten Jahrzehnte ungenutzt in einer Konzer Turnhalle überlebt hat und 2020 kurz vor Abriss dieser in das Museum kam. Küchenherde sind von der Größe für eine Armenwohnung – oft die einzige Wärmequelle in dieser – bis zu großen Restaurantherden ausgestellt. Weitere Öfen und Herde sind in den eingerichteten Häusern in den Museumsdörfern zu finden.

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Eröffnung der Takenplattenausstellung am 20.März 2005: Anprachen von Dr. Haas und Markus Zimmer-Berberich MA